Zeitschrift Dr. MED. MABUSE mit Schwerpunkt "Alter"


Die medizinische Zeitschrift "Dr. med. Mabuse" widmet sich mit Heft Nr. 155 folgenden Themen:

Michael Graber-Dünow: Die Zukunft der Pflegeheime: Zwischen Finanzierungsproblematik und Bedürfnisorientierung - Erich Schützendorf: Wenn Theorie und Praxis grau werden: Erfahrungsbericht eines alternden Gerontologen - Thomas Klie: Die ehrenwerten Alten von La Paz: Ein selbstverwaltetes Wohnhaus für alte Menschen in Bolivien - Dagmar Müller: Metamorphose eines Traums: Ein Projekt generationenübergreifenden Wohnens - Heinz Bartjes und Eckart Hammer: "Du bist schwul bis zum Beweis des Gegenteils": Männer in der Altenpflege - Michael Graber-Dünow: Messe und Kongress "Altenpflegemesse 2005"- Meinolf Peters: Psychotherapie im Alter - Werner Schirrmeister: Ach Gott ach Gott! Von Pflegern und Lampen - Kindheiten im Zweiten Weltkrieg und ihre Folgen: Gespräch mit Hartmut Radebold.

Außerdem: Ulrike Winkelmann: Sprengstoff: Das Antidiskriminierungsgesetz - Helmut Sörgel: Kämpferin für eine humane Medizin: Alice Ricciardi-von Platen wird 95 - Thomas Klie und Judith Spatz: Autonomie am Lebensende? Die Wirklichkeit von Behandlungsabbrüchen im klinischen Alltag - Oliver Tolmein: Selbstbestimmt durch andere? Das Recht am Ende des Lebens - Anonym: Wenn ein Arzt zum ersten Mal tötet - Besser reich und gesund als arm und krank: Offene Fragen von der Altenpflegemesse.

Der Einzelpreis der Zeitschrift beträgt 6 Euro. Bestellungen können an folgende Mail-Adresse gerichtet werden: buchversand@mabuse-verlag.de



Techniklust statt Technikfrust im Alltag


Das Institut für Demoskopie Allensbach hat für die Mai-2005-Ausgabe des GEO-Magazins eine Umfrage durchgeführt, die zeigt, wie für viele Menschen die "Techniklust" zum "Technikfrust" wird. Von den 2.000 befragten Bundesbürgern fanden es, über alle Geschlechts- und Altersgrenzen hinweg, rund 70 Prozent der Männer und Frauen unerträglich, daß Bedienungsanleitungen oft unverständlich formuliert sind.

Ebenso ärgern sich drei Viertel aller Deutschen darüber, daß es sich meist gar nicht lohnt, ein defektes Gerät reparieren zu lassen, weil die Reparatur teurer wäre als eine Neuanschaffung. Jeder Zweite klagt über schwerfällige Sprachcomputer im Hotline-Einsatz und die wachsende Anzahl überflüssiger Funktionen in Alltagsgeräten, die den Nutzer überfordern.

Die wachsende Überforderung sei nicht nur ärgerlich, sondern auch sinnlos, teuer und gefährlich. Der wirtschaftliche Schaden durch fehlerhafte Bedienung elektronischer Gebrauchsgegenstände soll allein in Deutschland in die Milliarden gehen. In den USA werde etwa jedes dritte Bürosystem von den Anwendern als ungeeignet abgelehnt und aussetzende Elektronik sei in den Industriestaaten eine der Hauptursachen von Autopannen.

Vollständiger Artikel: Golem.de



Frauen in Japan und Südkorea altern anders


Wien - Wissenschafter haben die Entstehung von Gesichtsfalten bei Europäerinnen und Asiatinnen untersucht und herausgefunden, daß es in Sachen Hautalterung Unterschiede gibt. Europäerinnen weisen schon in jungen Jahren zu einem hohen Prozentsatz Stirnfalten auf. Asiatinnen bleiben bis zu ihrem 50. Lebensjahr weitgehend von Falten verschont. Nach dieser Altersschwelle altert asiatische Haut deutlich schneller als europäische.

"Asiatische Frauen unter 50 Jahren wirken um zehn Jahre jünger als gleichaltrige Europäerinnen", schreiben die Forscher. "Haben sich bei ihnen jedoch erst einmal Falten gebildet, vertiefen sie sich viel schneller." Die Gründe sind noch nicht geklärt, erforscht werden genetische und Umweltfaktoren. Tatsache sei, daß Koreanerinnen über eine dickere Epidermis (Oberhaut) verfügen. Die frühzeitige Faltenbildung der Europäerinnen könnte unter anderem auf starke Mimik zurückzuführen sein. Dazu kommen Tabakrauch und Sonnenbaden: "Die Europäerinnen schützen ihre Haut weniger akribisch vor Sonnenstrahlung als die asiatischen Frauen und setzen sie kurzzeitig sogar intensiv der Sonne aus", lautet ein Erklärungsversuch.

281 Französinnen, 258 Japanerinnen und 298 Koreanerinnen im Alter von 18 bis 80 Jahren sind mit Hilfe von Gesichtsfotografie untersucht worden. Studienleiter in Frankreich war der Wiener Dermatologie-Spezialist Univ.-Prof. Dr. Erwin Tschachler, Auftraggeber das Chanel-Institut für Grundlagenforschung (C.E.R.I.E.S.). - (APA)

Quelle: dieStandard.at



Freude am Leben beeinflußt körperliche Verfassung im Alter


Eine positive Einstellung kann das Auftreten körperlicher Gebrechen im Alter verlangsamen. Das haben amerikanische Wissenschaftler in einer Studie an 1.500 Senioren gezeigt. Probanden, die das Leben genossen und positiv in die Zukunft blicken, bauen demnach weniger schnell ab als ihre weniger zuversichtlichen Altersgenossen. Über ihre Ergebnisse berichteten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Psychology & Aging (Bd. 19, Nr. 3, S. 402).

Die Forscher um Glenn V. Ostir von der Universität von Texas in Galveston hatten über 65jährige ohne Gebrechen zu Beginn der Studie mehrere Jahre lang begleitet. Dabei untersuchten sie jeweils deren Gewichtsabnahme gegenüber der letzten Befragung, die Gehgeschwindigkeit und die Muskelstärke der Finger. Außerdem ließen sie die Teilnehmer selbst einschätzen, wie häufig sie sich erschöpft fühlten. Auch die positiven Gefühle ermittelten die Forscher anhand von standardisierten Fragen. Dabei bewerteten die Testpersonen etwa, wie oft sie in einer Woche das Gefühl hatten, das Leben zu genießen oder hoffnungsvoll in die Zukunft zu blicken.

Die Wissenschaftler ermittelten dann anhand verschiedener Faktoren wie Schulbildung, Familienstand und Gesundheitszustand das Risiko der Testpersonen, gebrechlich zu werden. Diese Vorhersagen verglichen sie mit ihren Testergebnissen und der positiven Grundhaltung der älteren Menschen. Dabei zeigte sich, dass Optimismus das Risiko körperlicher Gebrechen signifikant senkte.

Worauf dieser Effekt beruht, wissen die Forscher noch nicht. Sie spekulieren, daß gute Laune sich direkt auf den Hormonhaushalt und damit auf die Gesundheit auswirken könnte. Doch auch eine indirekte Wirkung ist denkbar, da fröhliche Menschen sozial und intellektuell aktiver sind. Auch andere Forscher beobachteten bereits einen Zusammenhang zwischen dem seelischen Wohlbefinden und körperlichen Erkrankungen: So können positive Gefühle etwa den negativen Einfluß von Streß - einer möglichen Ursache von Herz-Kreislauferkrankungen - teilweise wieder wettmachen.

Quelle: ddp/bdw - Barbara Witthuhn/wissenschaft.de



Zwei Sendungen im Deutschlandfunk über die ältere Arbeitnehmer


"Mit 50 zum alten Eisen", so lautet der Titel der Sendung vom 23.02.2005 in "Hintergrund Politik" über die Frage, warum deutsche Unternehmen so wenig Ältere beschäftigen. Schon 2050 werden in Deutschland mehr als die Hälfte der Bürger älter als 48 Jahre sein. Doch heute haben Menschen über 50 kaum noch Ausichten auf dem Arbeitsmarkt. Ältere Arbeitnehmer seien unflexibel, nicht belastbar und unrentabel, lauten die gängigen Vorurteile der Unternehmen. Doch das Problem liegt vor allem bei der Einstellung der Wirtschaft gegenüber älteren Arbeitnehmern.

Mehr dazu unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/350766/

Die Sendung vom 24.02.2005 "Produktiv bis ins hohe Alter" im "Hintergrund Politik" geht der Frage nach, ob durch den demografischen Wandel in Deutschland Unternehmen in wachsendem Maße auf ältere Mitarbeiter angewiesen sind. Allerdings scheint das eine fragwürdige Prognose zu sein, denn die groß angelegten Frühverrentungsprogramme belegten in der Vergangenheit stets das Gegenteil. Jetzt aber gibt es erste Anzeichen für eine Trendwende. Aufgeschlossene Arbeitgeber stellen inzwischen gezielt Ältere ein.

Mehr dazu unter: http://www.dradio.de/dlf/sendungen/hintergrundpolitik/351107/



Seniorenbegleiter sollen alten Menschen helfen


Seniorenbegleiter sollen künftig alte Menschen in Schleswig-Holstein in ihrer häuslichen Umgebung unterstützen und entlasten. Ein entsprechendes Modellprojekt stellte Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) Februar 2005 in Kiel vor. Gemeinsam mit dem Diakonischen Werk sollen während des dreijährigen Projektes in jedem Jahr rund 70 ehrenamtliche Helfer ausgebildet und qualifiziertwerden. Ziel der Ausbildung sei es, Senioren, die möglichst lange selbstständig in der eigenen Wohnung leben möchten, kompetente und verläßliche Partner zur Seite zu stellen. "Viele Menschen müssen einfach unterstützt werden, damit sie ihre Fähigkeiten, ihren eigenen Haushalt zu fuhren und sich um die Dinge des Alltags zu kummern, nicht verlieren", sagte Trauernicht.

Die Ausbildung der Helfer erfolge in Lübeck, Norderstedt, Eutin, Rendsburg, Neumünster und Flensburg und soll im April beginnen. Neben rund 95 Theoriestunden ist eine 20stündige Praxisphase für die Bewerber vorgesehen. Im Anschluß erhält jeder ein Zertifikat. Nach den Worten von Landespastorin Petra Thobaben richtet sich das Angebot an Männer und Frauen, die sich vorstellen können, hilfebedürftige alte Menschen regelmäßig zu begleiten. Die Landesregierung unterstützt das Projekt mit rund 349.000 Euro. 75.000 Euro steuert die Stiftung für Kirche und Diakonie "In Würde Alt werden" bei; das Diakonische Werk stellt mit seinen Kooperationspartnern 94.000 Euro zur Verfügung. Um das Projekt zu finanzieren, müssen allerdings auch die ehrenamtlichen Helfer pro Kurs einen Beitrag in Höhe von 95 Euro leisten. Trauernicht kündigte jedoch an, Lösungen zu finden, damit das Modellprojekt nicht an diesen Kosten scheitert.

Quelle: dpa/Fl. Avis, 4. 2. 05



Projekt Senioren Online (SOL)


Seit mehr als drei Jahren verfolgt das Projekt Senioren Online (SOL) - als bislang einziges umfassendes Internet-Projekt für Menschen ab 55 in Deutschland - die breitflächige Etablierung von Senioren-Internet-Angeboten in Nordrhein-Westfalen. Rund 260 Internet-Cafes sind neu entstanden, vernetzt mit regionalen Anbietern von Internet-Kursen. Es wurde dabei eine umfangreiche und mehrfach ausgezeichnete Senioren-Internet-Plattform aufgebaut sowie mehr als 40 Begleit- und Lernmaterialien für die Praxis erstellt. Mit einer solchen überwältigenden Resonanz auf das Projekt SOL hatten selbst die Initatioren nicht gerechnet.

SOL ist ein Projekt des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW im Verbund mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), dem Diakonischen Werk Rheinland/Ev. Verband für Altenarbeit (EVA) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT).

Waren 1997 gerade mal 6,5 Prozent der Bundesdeutschen online, so nutzt heute nahezu jeder zweite Erwachsene in Deutschland das Internet. Besonders älteren Menschen, und hier sind es vor allem die Frauen, bietet das Internet neue Möglichkeiten der geistigen wie auch der kommunikativen Beschäftigung.

Wer sich für dieses Projekt interessiert und mitmachen will, kann sich an "SOL - Senioren OnLine, c/o Kuratorium Deutsche Altershilfe, Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V." wenden. Adresse: An der Pauluskirche 3, 50677 Köln, Telefon: +49 221 931847-0, Telefax: +49 221 931847-6, E-Mail: info@kda.de, Internet: http://www.kda.de

Quelle: medizin heute 1/2003, S. 33



Zentrum für Gesundheitsförderung Flensburg


Ziel des Zentrums für Gesundheitsförderung ist es, Gesundheitsvorsorge im Krankenhaus zu betreiben und mit erfahrenen Mitarbeitern Gesundheitsvorsorge und Verantwortung für Ihren Körper zu erlernen und in den Alltag zu übertragen. Das Angebot richtet sich vorrangig an Menschen ab 50 Jahre. Einige Angebote (zum Beispiel: Gewichtsreduktion) sind aber durchaus für jüngere Menschen interessant. Mit 55 Jahren beginnt in sportmedizinischer Sicht eine Altersgrenze. Hier beginnt ein rapider Abbau von Muskelmasse. Um dieser Entwicklung und den entsprechenden Folgeerscheinungen (Herzerkrankungen, Bewegungseinschränkungen, etc.) vorzubeugen, ist ein angepaßtes Trainingsprogramm sinnvoll.

Die Kurse werden von Physiotherapeuten und/oder von speziell ausgebildeten Trainern durchgeführt. Die Teilnahmegebühren sind so gering wie möglich gehalten. Ratsam wäre es, Ihre Krankenkasse vor Kursbeginn zu befragen, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Förderung möglich ist. Angebote: Walking ab 50+, Einstieg in eine sehr effektive und gelenkschonende Bewegungsform, Aquagymnastik, risikoarme und sanfte Form des Fitnesstrainings, Spaß am Essen und dennoch abnehmen, Bewegung für stark Übergewichtige.

Bei dem Einstiegstraining für sportlich inaktive ab 50+ heißt es, die Freude an Bewegung wieder zu entdecken und mit besserer Beweglichkeit Unfälle zu verhindern. Neben Ausdauertraining, Dehnungsübungen und Krafttraining steht die Verbesserung der Koordination und des Gleichgewichts auf dem Programm. Die Übungen sorgen für eine sichere Bewegung und verhüten Unfälle im Alltag. Freude an der Bewegung mit Gleichgesinnten steht hier im Vordergrund.

Die meisten Kurse sind fortlaufende Angebote. Ein Einstieg ist daher zu jeder Zeit möglich. Weitere Informationen: Zentrum für Gesundheitsförderung - Malteser Krankenhaus, St. Franziskus-Hospital, Waldstraße 17, 24939 Flensburg Durchwahl: 0461-8162170, Fax: 0461-8162012, Email: johan-peter.andresen@malteser.de



Lebenserwartung steigt, Deutsche werden immer älter


Die Menschen in Deutschland werden immer älter. Männer haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 75,6 Jahren, bei Frauen sind es 81,3 Jahre. Nach dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden lag die zuvor zwischen 2000 und 2002 gerechnete Erwartung bei 75,4 (Männer) und 81,2 Jahren (Frauen). Die Lebenserwartung bezieht sich in der Statistik auf Neugeborene. Für ältere Menschen stieg der Wert ebenfalls. Ein heute 60jähriger kann davon ausgehen, daß er im Schnitt 79,8 (2000 bis 2002: 79,7 Jahre) alt wird. Eine gleichaltrige Frau bringt es auf 83,9 Jahre, ein Anstieg von einem Monat.

Insgesamt hat sich die Lebenserwartung in den vergangenen 125 Jahren mehr als verdoppelt. Als 1871/1881 die erste "Sterbetafel" veröffentlicht wurde, lag die Lebenserwartung bei Männern bej 35,6 Jahren, bei Frauen waren es 38,5.

In der EU liegt die Bundesrepublik bei der Lebenserwartung nur leicht über dem Durchschnitt. Sowohl Schweden (77,7 Jahre bei Männern) und Spanien (83,1 Jahre bei Frauen) haben höhere Werte. Weltweit ist Japan auf den vordersten Plätzen: Dort werden Männer im Schnitt 78,4 und Frauen 85,3 Jahre alt.

Quelle: lpa/Husumer Nachrichten, 18. 11. 2004



Auf der Suche nach einem neuen Selbstbild


Auch "Das Parlament", die Wochenzeitung des deutschen Bundestages widmet sich in der Ausgabe 48/2004 der alternden Gesellschaft. Aus den Editorial der Herausgeberin Annette Roolmann:

"Die Gesellschaft wird ein viel differenzierteres Altersbild entwickeln müssen. Ein gebrechlicher 85-Jähriger hat wenig mit einem vitalen 65-Jährigen zu tun. Der junge Alte leitet seinen Betrieb, passt auf Enkelkinder auf, studiert an der Uni. Alt ist nicht gleich alt. Zum Charakter kommt das Erlebte, das Erlernte, das Erfahrene. Anders als junge Menschen unterwerfen sich alte Menschen weniger schnell Trends, können freier denken und auch handeln. Sie können.

Doch bisher hat diese Generation der jetzigen jungen Alten eine wichtige Herausforderung nicht angenommen: Sie ist nicht stilbildend. Als Generation lebt sie bislang nicht eine neue Kultur vor, die die Vorstellung von einem engagierten jungen Alter mit Herausforderungen und der Gelassenheit der gelebten Jahre verbindet.

Die Jungen brauchen die Alten. Sie brauchen sie als Spiegel, als Vorbild, als Gegenentwurf. Die Alten brauchen die Jungen als Fortführung von Leben, von Kultur, von Gesellschaft. Die Altersgruppe der 60 bis 80jährigen wird, wenn sie die Herausforderungen annimmt, anders als heute, keine Angst mehr haben müssen, nicht mehr gebraucht zu werden. Denn sie werden gebraucht werden - und sich brauchbar machen müssen. Die Gebrechlichkeit von Rentenkassen, Krankenkassen und Arbeitsmarkt übersteigt längst den Verfallsgrad der Vorruheständler. Die Konfliktlinie wird nicht nur zwischen Jung und Alt verlaufen, sondern auch zwischen Arm und Reich. Die satten Jahre der Bundesrepublik werden dann endgültig ein Kapitel im Geschichtsbuch sein."

Der Link zum Editorial und zum Einleitungsartikel von Elisabeth Niejahr "Auf der Suche nach einem neuen Selbstbild. Deutschland kommt in die Jahre": Das Parlament. Titelseite, die restlichen Beiträge unter Das Parlament. Thema: Alternde Gesellschaft zu finden.



Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein


Die Landesregierung in Schleswig-Holstein hat eine Studie "Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein - Konsequenzen des demographischen Wandels" über die künftige Entwicklung und ihren Folgen in Auftrag gegeben. Darin wird eine Prognose für die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2030 beschrieben. Sie konzentriert sich auf die vier Themenfelder: Arbeit und Wirtschaft, Lebenslanges Lernen, Infrastruktur und Lebensumfeld, Gesellschaftliches Leben. Die Studie soll Grundlage für eine Zukunftsdiskussion mit Verbänden, Unternehmen, Gewerkschaften, Wohlfahrtsorganisationen, Kirchen, aber auch Städteplanern und Architekten, Wissenschaftlern und Bildungsexperten sein. Die Studie kann durch Klick auf Zukunftsfähiges Schleswig-Holstein als PDF-Datei heruntergeladen werden.



Gehirnleistung bleibt auch im Alter erhalten


Der Spruch "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr" hat keine Gültigkeit mehr. Das Gehirn bleibt im fortgeschrittenen Alter leistungsfähiger, als Experten bislang glaubten. Das belegen neue internationale Studien, wie die Zeitschrift VITAL berichtet. Die Annahme, wonach die entscheidenden Lernprozesse in der Kindheit ablaufen, sind danach überholt. Der Neurobiologe Lawrence Katz von der Duke Universität North Carolina (USA) spricht beim Gehirn von einem "elastischen Organ". Es bleibe bis ins hohe Alter leistungsfähig, da ständig neue Nervenzellen gebildet würden. Verantwortlich dafür seien so genannte NMDA-Rezeptoren, die darauf warteten, Nervenzellen miteinander zu verbinden.

Diese neuen Erkenntnisse haben nach Ansicht des Neurobiologen Michael Merzenich von der Universität San Francisco direkten Einfluss auf das tägliche Leben: "Anstatt über vertane Chancen zu klagen - weil wir im Kindesalter nicht alles gelernt haben - werden wir unser Wissen nutzen, um auch im Alter effektiv zu lernen." Vorteil für die über 30jährigen: Das Gehirn kann auf Fertigkeiten und Fähigkeiten zurückgreifen, die es in jungen Jahren entwickelt hat. So muss man sich beispielsweise im Russischkurs nicht mit Rechtschreibung und Grammatik aufhalten, sondern kann sich vollständig auf die Entzifferung kyrillischer Buchstaben konzentrieren.

Natürlicher Feind des lebenslangen Lernens ist die Routine. Denn die Gewohnheiten "tragen nicht dazu bei, die kognitiven Fähigkeiten auf hohem Niveau zu halten", betont Eberhard Fuchs vom deutschen Primatenzentrum in Göttingen. Beste Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist nach Aussage von Psychologen die richtige Motivation. Was uns intellektuell fasziniert und von Herzen erfüllt, wird auch konsequent verfolgt. Wer hingegen denkt "Ich müsste mal...", hat wenig Aussicht auf Erfolg.

Das Ziel definieren, Informationen sammeln, sich von Zweiflern nicht beirren lassen, die Überwindung der üblichen Stagnationsphase und die praktische Anwendung neuer Kenntnisse - das sind nach Expertenansicht die entscheidenden Elemente zur Verwirklichung persönlicher Ziele.



Hilfe zur Selbsthilfe für rheumakranke Menschen


Rheumatische Erkrankungen, von denen es viele verschiedene Erscheinungsformen gibt, gehen oft mit starken Schmerzen und Behinderungen em-her und fuhren nicht selten zu gesellschaftlicher Isolation, Verlust des Arbeitsplatzes, familiären Krisen Auch Kinder und Jugendliche können an Rheuma erkranken Vorrangiges Ziel der Deutschen Rheuma-Liga ist es, sich für die Verbesserung der besonderen Lebenssituation rheumakranker Menschen einzusetzen und für deren Bedürfnisse einzutreten

Die Wege hierzu sind:
- Beratung und Begleitung der Betroffenen nach dem Prinzip "Hilfe zur Selbsthilfe"
- Aufklärung der Öffentlichkeit über rheumatische Erkrankungen mit dem Ziel ein besseres Verständnis für rheumakranke Mitmenschen und Patienten zu bewirken
- Organisation und Koordination aller an der Betreuung und Versorgung beteiligter Berufsgruppen und Einrichtungen
- Mitsprache in gesundheits- und sozialpolitischen Entscheidungsprozessen
- Austausch über Ländergrenzen hinweg

Mit über 230 000 Mitgliedern verfügen rheumakranke Menschen in Deutschland über die größte Selbsthilfeorganisation im Gesundheitsbereich. In der Deutschen Rheuma-Liga sind 16 Landesverbände und drei Mitgliedsverbande - die Deutsche Vereinigung Morbus Bechterew, die Lupus Erythematodes Selbsthilfegemeinschaft und die Selbsthilfegruppe Sklerodermie - zusammengeschlossen. Die Deutsche Rheuma-Liga ist bundesweit mit über 800 örtlichen Gruppen vertreten. Sie geben Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort wie z. B.

- Bewegungstherapie
- Ergotherapeutische Behandlung und Schmerzbewältigungskurs
- sozialrechtliche Beratung und Vermittlung von Pflegediensten
- persönliche Beratung
- Selbsterfahrungs- und Gesprächsgruppen
- Elternkreise und Treffen für junge Rheumatiker
- Kreativgruppen zu Kunst, Musik und Tanz
- Ausflüge, gesellige und informative Veranstaltungen

Laienverständliche Informationen findet man in der Mitgliederzeitschrift mobil und in zahlreichen kostenlosen Merkblättern und Broschüren sowie im Internet. Betroffenen-Beratung leisten nur die Landes- und Mitgliedsverbände.

Kontakt:
Deutsche Rheuma-Liga, Bundesverband e. V.
Maximilianstr. 14, 53111 Bonn
Info-Tel. 0228-7667080 (Anrufbeantworter, der Bestellungen und Anfragen für die Landesverbände entgegennimmt)
Sekretariat 0228-76606-0
Fax 0228-76606-20
e-mail bv@rheuma-hga.de
Aus: Grauer Panther 1-2/2002, S. 35



Reha-Klinik-Such- und Beratungsservice bei Osteoporose


Mehr als fünf Millionen Menschen leiden in Deutschland bereits an Osteoporose, und wenn sie nicht rechtzeitig richtig behandelt wird, kann diese chronische Krankheit bis zur Pflegebedürftigkeit führen. Um das zu verhindern, sind Rehabilitationsmaßnahmen ein wichtiges Mittel. In der richtigen Kurklinik werden Betroffene rundum behandelt und beraten, können in einem umfassenden und auf den Einzelnen abgestimmten Programm u. a. Schmerzen gelindert und die Beweglichkeit verbessert werden. So bleibt trotz der Diagnose Knochenschwund die Selbständigkeit länger erhalten und kann Pflegebedürftigkeit oft sogar ganz vermieden werden. Doch Kurkliniken gibt es viele, und fast jede ist auf wenige spezielle Krankheitsbilder eingerichtet. Welche Klinik für Osteoporosekranke besonders geeignet ist, darüber gibt das Kuratorium Knochengesundheit e. V. Auskunft, wo ab sofort alle Interessierten eine umfassende Beratung zum Thema Rehabilitation im Bereich der Osteoporose erhalten können.

Das Kuratorium hat die Daten von Reha-KIiniken aus dem ganzen Bundesgebiet erfragt, zusammengestellt und ausgewertet. Ergänzt wurden diese Angaben durch grundsätzliche Informationen über Reha-Maßnahmen, z. B. gesetzliche Grundlagen, Antragsverfahren usw, die allen Betroffenen bei einer Antragstellung hilfreich sein können Auf diese Weise entstand eine umfangreiche Datenbank, die detaillierte Informationen über osteoporosegeeignete Reha-KIiniken enthält wie z. B. technische und räumliche Ausstattung oder Qualifikation der Mitarbeiter, die dort die Patienten betreuen. Unter der Service-Telefonnummer 0190-0-854525 (25 Cent/min., Mo-Fr 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr) des Kuratorium Knochengesundheit e. V. beantwortet das geschulte Service-Team gern alle Anfragen über die Osteoporose-Reha-Kliniken im gesamten Bundesgebiet und hilft auch bei der Lösung anderer, mit einer Reha-Maßnahme verbundenen Schwierigkeiten weiter Aus: Grauer Panther 1-2/2002, S. 35



Mit Mikronährstoffen den Erkältungsviren trotzen


Ältere Menschen sind besonders anfällig für Erkältungsviren, da mit zunehmendem Alter die körpereigenen Abwehrkräfte nachlassen. Durch gezielte Einnahme von Mikronährstoffen kann jedoch das Infektionsrisiko gemindert werden. Das belegt eine Studie (R.K. Chandra, Wirkung der Supplementierung von Vitaminen plus Spurenelementen auf den Immunstatus und Infektionen bei alteren Menschen, 1992), die mit rund 100 Senioren im Alter zwischen 66 bis 88 Jahren gemacht wrude. So erhielt eine Hälfte der Teilnehmer ein Jahr lang eine nach dem Prinzip der orthomolekularen Medizin festgelegte Dosierung an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, die andere dagegen ein Scheinpräparat.

Das Ergebnis: Die Senioren, die regelmäßig das Vitaminpräparat einnahmen, erkrankten im Beobachtungszeitraum nur halb so oft an einer Infektion wie die Teilnehmer der Kontrollgruppe. Entsprechend waren sie erheblich seltener auf Antibiotika angewiesen. Zu Beginn der Studie waren viele Teilnehmer nur mangelhaft mit Mikronährstoffen versorgt und hatten daher eine geschwächte Immunabwehr. Diejenigen, die das Vitaminpräparat einnahmen, verbesserten diese Werte innerhalb eines Jahres deutlich, während Nährstoffversorgung und Immunabwehr bei der Kontrollgruppe unverändert blieben.

Wer gezielt Mikronährstoffe einnehmen möchte, sollte dabei auf die richtige Zusammensetzung des Präparates achten. Ein ausgewogenes Gleichgewicht an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen im Körper ist die Voraussetzung für einen gesunden Stoffwechsel. Senioren sollten sich bei der Auswahl der Nährstoffkombination von ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen. Der Begriff Orthomolekulare Medizin wurde 1986 vom Nobelpreisträger und Biochemiker Linus Pauling geprägt und setzt sich zusammen aus dem griechischen "orthos" für richtig, gut und dem lateinischen "Molekül" für kleinste Bausteine.

Welche Mikronährstoffe für die Gesundheit besonders wichtg sind und was sie im Körper bewirken, erfahren lnteressierte in der Broschüre "Richtige Ernährung für ein langes, gesundes Leben", die kostenlos bei der Deutschen Seniorenliga, Gotenstraße 164, 53175 Bonn erhältlich ist.



Therapeutisches Verfallsdatum künftig bei 75 Jahren?


Wer alt, krank und obendrein arm ist, hat schlechte Karten: Sein "therapeutisches Verfallsdatum" soll künftig bei 75 Jahren liegen. Zumindest wenn es nach den Vorstellungen einiger Wissenschaftler geht, die in der ARD-Sendung "Report" vom 2. Juni laut darüber nachgedacht haben, wie das Gesundheitssystem saniert werden kann. Die Experten, darunter Prof. Dr. Joachim Wiemeyer, Lehrstuhlinhaber für christliche Gesellschaftslehre an der Katholischen Fakultät der Universität Bochum, und der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Friedrich Breyer, Konstanz, forderten für Kassenpatienten eine Altersbegrenzung bei teuren medizinischen Leistungen wie Dialyse oder Herzoperationen. Die Begründung: Der therapeutische Nutzen sei zu gering, die Kosten zu hoch. So wird der katholische Theologe mit der Äußerung in den Medien zitiert, dass vor allem für Jüngere medizinische Leistungen bereitgestellt werden müssten und nicht jede lebensverlängernde Maßnahme für sehr alte Leute noch durchzuführen sei. Die Deutsche Bischofskonferenz hat sich inzwischen entschieden von der Position Wiemeyers distanziert und will nach einem klärenden Gespräch über die weitere Zusammenarbeit mit diesem entscheiden.

Erwartungsgemäß haben auch die Ärztevertreter diese Ansichten scharf verurteilt. Die Bundesärztekammer mahnte, die Einführung von Altersgrenzen für medizinische Behandlung erinnere an "Euthanasie unter anderen Vorzeichen". Die Ärzteschaft werde sich nicht in einen "Ökonomisierungswahn des Gesundheitswesens hineinziehen lassen". Die Kassenärztliche Bundesvereinigung erkärte, die Vorschläge seien "unethisch, widersprechen dem Geist der solidarischen Krankenversicherung und dem Selbstverständnis der deutschen Ärzteschaft". Der Marburger Bund bezeichnete, die Forderung als "an Menschenverachtung kaum zu überbieten". Auch Gesundheitspolitiker wie Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und Horst Seehofer lehnten die Überlegungen strikt ab. Dass Experten Lösungsvorschläge wie eine feste Altersrationierung öffentlich erwägen, zeigt dennoch, wie sehr die Diskussion um die Reform des Gesundheitswesens bereits von den Themen Rationierung und Sparzwang beherrscht wird mal mehr, mal weniger offen. Bei den Patienten mag der Verdacht aufkommen, hier werde der Boden für zu schaffende Tatsachen bereitet. Ihre Bedürfnisse und ihr Recht auf ein selbstbestimmtes Altern sind dabei, scheint's, nebensächlich.

Aus: Deutsches Ärzteblatt 24/13 Juni 2003. Autorin: Heike E. Krüger-Brand.



Senioren als Zeitzeugen - In vielen Städten gibt es Erzählinitiativen


Seit mehreren Jahren schon arbeitet Elsa Bertels (74) in einer Gruppe von Zeitzeugen in Hamburg mit. "Unser Ziel ist es, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus wachzuhalten", sagt die Seniorin. Ähnliche Zeitzeugenbörsen oder Erzählcafes gibt es bereits in vielen deutschen Städten. Ursula Lenz von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen in Bonn geht davon aus, daß es bundesweit mehrere hundert Gruppen gibt. Die Aktivitäten sind breit gefächert: Wenn beispielsweise die Eröffnung eines Einkaufszentrums ansteht, berichten Senioren, wie es hier früher aussah. Andere Gruppen schreiben Bücher oder geben Zeitschriften heraus.

Elsa Bertels geht regelmäßig in die Schule und berichtet den Schülern, wie der Alltag unter Hitler war. Vor allem zu rechtsradikalen Parolen neigenden einzelnen Schülern zeigten die Berichte der Zeitzeugen Wirkungen. Erst die erzählten Erlebnisse der Senioren vermittelten ihnen einen Bezug zu den Texten in den Geschichtsbüchern. Das kann sogar neuen Gesprächen innerhalb der Familie führen, da vielen Enkeln bis dahin nicht klar war, dass Oma und Opa so manches noch erlebt hatten, was für die Jugendlichen bereits sehr lange her ist.

Auch für die Senioren selbst ist die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit wichtig. Für sie ist es eine Befreiung, das selbst auferlegte Schweigen zu brechen und es ist für sie sehr schmerzlich, wenn die Erinnerungen an die Zeit im KZ, an die Flucht oder an Bombennächte wieder hoch kommen.

Zeitzeugengruppen sind häufig über die örtlichen Seniorenbüros zu erreichen, so z. B. Seniorenbüro Hamburg, Steindamm 87, 20099 Hamburg (Tel.: 040/30 39 95 07, Fax 040/30 39 95 08 und ZeitZeugen-Börse;, Eberswalder Straße 1, 10437 Berlin (Tel.: 030/44 04 63 78, Fax: 030/44 04 63 79. Quelle: Flensburger Tageblatt, Autorin: Silke Becker



Die Mode hat die "Best Ager" entdeckt


Die Modebranche nennt sie "Best Ager", "Modern-Klassik-Kunden" oder "Junge Ältere" und hat sie als zahlungskräftige Käuferschicht fest in den Blick genommen. Doch die Wortneuschöpfungen vermitteln nur einen vagen Eindruck vom tief greifenden Wandel der Zielgruppe "50 Plus": Eine Frau, die heute 54 ist, hat das Jahr 1968 als 20jährige erlebt. "Diese Frauen sind mit Turnschuhen und Jeans herumgelaufen. Die können Sie nicht plötzlich in Faltenröcke stecken, und zum Kaffeekränzchen schicken", sagt Elke Giese vom Deutschen Mode-Institut (DMI).

Wer beim Thema "Mode für ältere Menschen" automatisch an unauffällige Spaziergänger in beigefarbenen Popelinemänteln und praktischen Komfortschuhen denkt, wird sich umorientieren müssen. "Das Bild wird sich radikal ändern", sagt Giese voraus.

Älterwerden habe nichts damit zu tun, sich nur noch in Beige, Grau oder Schwarz zu hüllen, hält auch die Stilberaterin Inge Wolff - selbst Mittfünfzigerin - fest. Seit etwa eineinhalb Jahren werde in der Branche über die Wünsche der reifen Kunden verstärkt diskutiert, sagt Giese. Hintergrund sei die Tatsache, dass die Mode eine Zeitlang sehr "jung" gewesen sei und sich nicht so gut verkauft habe wie erhofft.

Mittlerweile haben viele Händler ihre Verkaufsflächen für die Best-Ager-Kunden erweitert. Nach wie vor gebe es jedoch Angebotslücken. Viele Händler wünschten sich moderne Kollektionen, die mindestens bis Größe 48 produziert werden.Trotzdem sehen sich viele reifere Kundinnen auch auf den Verkaufsflächen um, die eigentlich für die Generation ihrer Töchter vorgesehen sind.

Grundsätzlich gebe es keine Tabus, welche modischen Verrücktheiten eine reifere Frau mitmachen dürfe und welche nicht, sagt Stilexpertin Inge Wolff: "Es ist vor allem eine Frage der Figur, die Kleidung sollte ästhetisch aussehen". Allerdings müsse eine 70jährige, die ihre immer noch ansehnlichen Beine im Mini-Rock präsentiert, eine gehörige Portion Selbstbewußtsein mitbringen. "Letztlich geht es darum, seinen Stil auszuleben und doch souverän zu bleiben", hält Fachfrau Giese fest. Das sei keine einfache Aufgabe: Im Gegensatz zu einer 20jährigen, die einfach auf jugendliche Frische setze, müsse eine ältere Frau mit ihrer Garderobe so komplizierte Dinge wie Lebenserfahrung, innere Reife oder berufliche Kompetenz ausdrücken. Ouelle: Flensburger Tageblatt, 21. Juni 2002; Autorin: Swantje Werner



Der Mensch lebt nicht vom Brot allein...


... sondern auch vom Wort und vor allem von der Kommunikation untereinander. Seit mehr als drei Jahren verfolgt das Projekt Senioren Online (SOL) - als bislang einziges umfassendes Internet-Projekt für Menschen ab 55 in Deutschland - die breitflächige Etablierung von Senioren-Internet-Angeboten in Nordrhein-Westfalen. Rund 260 Internet-Cafes sind neu entstanden, vernetzt mit regionalen Anbietern von Internet-Kursen. Es wurde dabei eine umfangreiche und mehrfach ausgezeichnete Senioren-Internet-Plattform aufgebaut sowie mehr als 40 Begleit- und Lernmaterialien für die Praxis erstellt. Mit einer solchen überwältigenden Resonanz auf das Projekt SOL hatten selbst die Initatioren nicht gerechnet.

SOL ist ein Projekt des Ministeriums für Gesundheit, Soziales, Frauen und Familie des Landes NRW im Verbund mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe (KDA), dem Diakonischen Werk Rheinland/Ev. Verband für Altenarbeit (EVA) und der Deutschen Gesellschaft für Gerontotechnik (GGT). Waren 1997 gerade mal 6,5 Prozent der Bundesdeutschen online, so nutzt heute nahezu jeder zweite Erwachsene in Deutschland das Internet. Besonders für ältere Menschen, und hier sind es vor allem die Frauen, bildet das Internet neue Möglichkeiten der geistigen wie auch der kommunikativen Beschäftigung. Wer sich für dieses Projekt interessiert und mitmachen will, der kann Schnupperkurse belegen und in den Internet-Cafes erste Berührungsangste mit dem PC abbauen.

Adresse:
SOL - Senioren OnLine
c/o Kuratorium Deutsche Altershilfe
Wilhelmine-Lübke-Stiftung e.V.
An der Pauluskirche 3
50677 Köln
Telefon: +49 221 931847-0
Telefax: +49 221 931847-6
E-Mail: info@kda.de
Quelle: medizin heute 1/2003, S. 33



Neues Institut "50plus" will Dialog zwischen Jung und Alt


Bis 2040 wird jeder zweite Deutsche über 50 Jahre alt sein. Schleswig-Holstein profitiert schon heute von dieser kaufkräftigen Altersgruppe. Für diese aktive, wellness- und komfortorientierte Generation besitzt das Land eine hohe Attraktivität, wie der Zuzug von so genannten "jungen Alten" nach Schleswig-Holstein zeigt.
Diese Entwicklung will jetzt das "Institut 50plus" aktiv begleiten, das der Flensburger Pädagoge Horst Grenz (58) gegründet hat. Inspiriert durch eigene berufliche Erfahrungen im öffentlichen Dienst und als Manager in der Wirtschaft, will er mit seiner Initiative einen "Dialog der Generationen" begleiten. Außerhalb Schleswig-Holsteins sollen Menschen über 50 auf die vielfältigen Angebote im Lande aufmerksam gemacht werden. In der Region selbst sollen überdies die Begabungen, Talente und Interessen der Menschen dieser Altersgruppe besser in die Gesellschaft eingebracht werden.

Das von Grenz gegründete "Institut 50plus" plant beispielsweise ein Seminarangebot für Frauen und Männer, die vorzeitig aus dem Beruf ausscheiden wollen oder müssen und ihre Kompetenz jetzt an anderer Stelle einbringen können. "Erfahrungswissen ist gefragt - in schulischen Arbeitszusammenhängen, in Betrieben und Verbänden, im Ehrenamt oder bei der aktiven Mitarbeit in zeitlich befristeten Projekten", sagt Grenz.

Wichtigstes Instrument beim "Dialog der Generationen" ist die Herausgabe eines Journals "Schleswig-Holstein 50plus". Grenz will darin die Zielgruppe über Fragen des persönlichen Lebensstils, über Kultur, Gastronomie, Gesundheit und Ernährung ebenso informieren wie über Wellness- und Fitnessangebote, über Kuren und Maßnahmen der Rehabilitation sowie der Gerontologie und der Altenbetreuung. Quelle: Flensburger Tageblatt 8. 3. 03



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