Am 28. Mai 2011 gab es im DLF Freitagvormittags im Rahmen der Sendereihe "Lebenszeit" eine sehr interessante Sendung zum Thema: "Perspektiven- ändert sich unser Bild vom Alter?", an der u.a. auch Joachim Fuchsberger teilnahm. Anlaß für diese Sendung war der Foto- und Filmwettbewerb "Was heißt schon alt" des Bundesfamilienministeriums. Denn Bilder - so heißt es auch im sechsten Altenbericht der Bundesregierung - haben großen Einfluß auf die Verwirklichung von Entwicklungsmöglichkeiten und auch auf den Umgang mit Grenzen. Unser Bild vom Alter ist nicht festgelegt, es ist eine soziale Vereinbarung, die sich abhängig von historischen und kulturellen Rahmenbedingungen verändert.
Was sagen nun die Bilder, die wir uns heute vom Alter und vom Altern machen über uns und unsere Gesellschaft aus? Stimmen sie mit der Wirklichkeit überein? Wie hat sich das Bild vom Alter verändert? Wie sehen sich Menschen, die heute alt sind und wie werden sie im Unterschied dazu von ihrer Umgebung gesehen? Welches Bild von sich entwickeln Jüngere, wenn sie an sich selbst als alte Menschen denken und was tun sie, um dieses Bild von sich zu realisieren?
Viele Rentner, zu wenige Kinder, noch weniger Enkel, stagnierende Wirtschaft... Aus solcher Zwischenbilanz eine unabwendbar trostlose Zukunft in einem vergreisenden Land abzuleiten, ist falsch. Die "Neuen Alten" haben ein unschätzbares Kapital: Zeit. Und Lust, sie sinnvoll zu nutzen: Um Neues zu lernen. Um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Um sich sozial zu engagieren - zum Wohle der Jungen.
Alter und Krankheit werden in der Öffentlichkeit oft in einem Atemzug genannt. Insbesondere im Hinblick auf den demografischen Wandel erscheinen die Kosten, die durch „kranke Alte“ verursacht werden, erschreckend. Die Autorinnen und Autoren des 6. Altenberichts halten dieses Bild des Alter(n)s für einseitig. Mit der höheren Lebenserwartung der Menschen eröffneten sich viele neue Perspektiven. Zudem seien die Alterungsprozesse so unterschiedlich, daß es nicht „die Alten" gebe. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler plädieren aus diesem Grund für ein deutlich differenzierteres Bild des Alter(n)s.
In politischen Debatten über eine Erhöhung des Renteneintrittsalters, die ausufernden Gesundheitskosten oder den demografisch bedingten Fachkräftemangel erscheint das Alter häufig als Drohkulisse. Dabei dürfe diese Lebensphase nicht alleine als ein „Lebensabschnitt, der einer besonderen Sorge und eines besonderen Schutzes bedarf" verstanden werden – dies entspreche nicht der Vielfalt des Alters, so der Altenbericht.
Positive wie negative Diskriminierung, also die gezielte Bevorzugung oder Benachteiligung aufgrund des kalendarischen Alters solle überwunden werden. So sollten sich beispielsweise Unternehmen nicht starr an innerbetriebliche Altersgrenzen binden und Arbeitnehmer sollten im Gegenzug Mitverantwortung übernehmen und Angebote zur betrieblichen oder beruflichen Weiterentwicklung ebenso nutzen wie Maßnahmen zur Gesundheitserhaltung.
Um das Bild des Alter(n)s in der Gesellschaft zu ändern, schlagen die Autorinnen und Autoren des Berichtes vor, auch in der Schul- und Erwachsenenbildung vermehrt Wissen über körperliche und seelisch-geistige Alterungsprozesse zu vermitteln. Ältere Menschen können ihrerseits zu einem Wahrnehmungswandel beitragen, indem sie sich gesellschaftlich engagieren.
Der „Sechste Bericht zur Lage der älteren Generation in der Bundesrepublik Deutschland" ist als Download erhältlich. Sie finden ihn hier.
Varda Hasselmann/Ellinor Jensen, Lebenszeit und Ewigkeit. Gespräche über Alter und Sterben. U.a. mit Carl Amery - Ruth-Alice von Bismarck - Elisabeth Furtwängler - Hanns-Dieter Hüsch - Abt Odilo Lechner - Yehudi Menuhin - Imo Moszkowicz - Heinz Zahrnt. 320 Seiten, Paperback. Erhältlich über die Autorin Frau Dr. Varda Hasselmann, Kraillinger Weg 68, 82061 Neuried bei München, da der Verlag O. W. Barth eingegangen ist.
KURZTEXT: Habe ich mein Leben "richtig" gelebt? Wie hat das Altwerden mich verändert? Bedeutet der Tod das Ende? Oder möglicherweise ein neues Leben? 21 Frauen und Männer - Prominente und Nicht-Prominente - haben ihren einfühlsamen Gesprächspartnerinnen Antworten von beeindruckender Offenheit gegeben. Ein Buch, das Mut macht, sich den Herausforderungen des Altwerdens und der eigenen Endlichkeit zu stellen.
DAS BUCH: "Die Chancen nutzen, die Zumutungen annehmen, die schönen Stunden auskosten" - das könnte als Fazit unter den einundzwanzig Gesprächen stehen, die die Autorinnen mit Prominenten und Nicht-Prominenten geführt haben. Es wird deutlich, daß die Jahre jenseits der Siebzig keineswegs bloßer Lebensausklang sind, sondern ein durchaus eigenständiger Lebensabschnitt, den man mit all seinen Besonderheiten, seinen Problemen und Glückserfahrungen, annehmen und bejahen sollte - denn "Gottes Termine stehen nicht in unserem Kalender".
ZITAT: "Man sollte das Leben, das man hier gelebt hat, wach und bewußt bis zum Ende leben. Die Menschen, die man liebt und die dabei sind, bewußt verlassen. Das Sterben ist genauso ein Teil des Lebens wie das Feiern und die Geburt, die ja auch nicht schmerzlos ist." (Yehudi Menuhin)
Margarete Mitscherlich-Nielsen wurde dieser Tage nicht nur 93 Jahre alt. Sie hat auch ein neues Buch geschrieben, das im S. Fischer Verlag erscheinen wird. Es heißt: "Die Radikalität des Alters. Einsichten einer Psychoanalytikerin", ist gebunden und kostet 18,95 Euro. ISBN: 978-3-10-049116-9. Das Buch kann ab sofort auch über die Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung in Flensburg bestellt werden.
Margarete Mitscherlich-Nielsen wurde am 17. Juli 1917 in Gravenstein (Nordschleswig/Dänemark) als Tochter eines dänischen Arztes und einer deutschen Lehrerin geboren. Sie studierte nach dem Abitur (in Flensburg) Medizin und Literatur in München und Heidelberg und promovierte 1950 in Tübingen zum Dr. med. 1947 traf sie in der Schweiz den Arzt und Psychoanalytiker Alexander Mitscherlich (1908-1982), den sie 1955 heiratete. Gemeinsam mit ihrem Mann versuchten sie nach dem Krieg um die Psychoanalyse in Deutschland wiederbezuleben. 1960 war sie Mitbegründerin des Sigmund-Freud-Instituts in Frankfurt und fungierte viele Jahre als Herausgeberin der Zeitschrift Psyche. Gemeinsam mit ihrem Mann veröffentlichte Margarete Mitscherlich 1967 das bahnbrechende Buch "Die Unfähigkeit zu trauern". Es folgten unter anderem die Bücher "Die friedfertige Frau" (1985), "Die Zukunft ist weiblich" (1987) und "Die Mühsal der Emanzipation" (1990). Margarete Mitscherlich lebt heute in Frankfurt am Main.
Aus Sicht der Bevölkerung seien Generationshäuser zukunftsweisend. Zwei Drittel der Bundesbürger hielten Bau-, Haus- und Wohnungsgemeinschaften für besonders wichtig. Zusammenrücken statt auseinanderdriften ist Opaschowski zufolge die Wohn- und Lebensdevise der Zukunft. Die Menschen müssen sich wieder mehr selber helfen. Der Staat habe als Versorger ausgedient. Stattdessen seien eigene Sozialkompetenzen gefragt: "Ich spreche von der Generation V der Zukunft mit den Sticht worten Vertrauen, Verantwortung, Verläßlichkeit." Das Motto laute "Gemeinsam statt einsam". Menschen ohne Kinder und Enkel müßten kontaktfreudig bleiben, wenn sie in einer Gesellschaft des langen Lebens nicht allein sein wollten.
Thomas Friedrich-Hett (Hg.), Positives Altern. Neue Perspektiven für Beratung und Therapie älterer Menschen, Oktober 2007, 230 Seiten, kart., 23,80 Euro ISBN: 978-3-89942-799-8
Ältere Menschen sind in Beratung und Psychotherapie deutlich unterrepräsentiert. Zurückzuführen ist dies weniger auf deren Vorbehalte als vielmehr auf Berührungsängste von Beratern und Therapeuten.
Mit der Perspektive des "Positiven Alterns" lädt dieser Band zu einer Rekonstruktion unserer Altersbilder ein. Ausgehend von einem systemischen Ansatz werden Grundelemente der beraterischen und therapeutischen Arbeit mit älteren Menschen formuliert und in ergänzenden Beiträgen praxisnah dargestellt. Themen sind dabei u.a. Partnerschaftsberatung im Alter, Beratung homosexueller Senioren, Schreibgruppen und erlebnistherapeutische Methoden, Empowerment-Coaching sowie feministische Seelsorge.
Thomas Friedrich-Hett (Dipl.-Psych. und exam. Krankenpfleger) ist seit über 20 Jahren in psychiatrischen Kontexten tätig. Er ist Lehrtherapeut für systemische Therapie und Beratung (viisa, SG) und arbeitet freiberuflich als Referent, Berater und Supervisor. Webseite: http://www.mics.de
Immer stärker dringen das Alter und das Altern als Themen ins Bewußtsein junger Studierender. Hochschulen und Fachhochschulen bieten zunehmend Studiengänge oder Weiterbildungen an. Am Institut für Gerontologie der Hochschule im niedersächsischen Vechta ist das Interesse Studierwilliger inzwischen so groß, daß seit dem laufenden Wintersemester ein Numerus Clausus den Zugang beschränkt, wie Institutsdirektorin Hildegard Theobald berichtet. Das Bundesforschungsministerium unterstützt Schwerpunktthemen wie etwa Gesundheit im Alter, gesundheitliche Vorbeugung und degenerative Demenzen bis 2010 mit mehr als 30 Millionen Euro. Weitere Gelder fließen in Forschungsprojekte zu Hilfen für Behinderte, die sich teilweise ebenfalls auf Altersthemen beziehen. Auch das Familienministerium steckt viel Geld in solche Projekte.
Am 1. Dezember 1997 trat in Deutschland das Transplantationsgesetz in Kraft. Anläßlich des zehnten Jahrestages des Gesetzes veranstaltete der Verein Kritische Aufklärung über Organtransplantation (KAO) ein öffentliches Podiumsgespräch im Haus der Evangelischen Kirche in Bonn. Auch zehn Jahre später steht die Frage, wann der Mensch wirklich tot ist, im Mittelpunkt der Kritik. Ist ein Mensch tot, wenn das Gehirn ausfällt, wie es im Transplantationsgesetz mit dem Hirntod-Kriterium für eine Organentnahme festgelegt ist, oder erst, wenn Herzschlag und Atmung aufgehört haben? Ist ein Organspender unmittelbar vor der Organentnahme eine Leiche oder ein Lebender ohne meßbare Hirnfunktion? Die einhellige Haltung der Tagungsteilnehmer war dabei: "Der Hirntod ist nicht der Tod des Menschen." Die KAO strebt daher eine Gesetzesreform an und plädiert für die enge Zustimmungsregelung.
Weitere kritische Informationen der Interessengemeinschaften Kritische Bioethik Deutschland zum Thema Organspende / Lebendspende / Transplantation / Hirntod: www.organspende-aufklaerung.de
Die gestiegene Lebenserwartung der Menschen, veränderte Lebensstile und eine sinkende Geburtenrate haben eine veränderte Altersstruktur und Wohnsituation der Bevölkerung zur Folge. Weithin fehlen sozialräumliche Angebote und Netzwerke, die älteren und alten Menschen Partizipation und Teilhabe am sozialen Leben und ein selbstständiges selbstbestimmtes Leben im gewohnten Umfeld ermöglichen. Dies gilt insbesondere für ältere Menschen mit Behinderungen, deren Zahl in den nächsten Jahren erheblich steigen wird. Das Projekt möchte gemeinsam mit allen relevanten Gruppen Rahmenbedingungen zur Schaffung und Gestaltung einer sozialräumlichen Infrastruktur erarbeiten, die am Beispiel von Modellregionen und Modellkommunen einer älter werdenden Bevölkerung und speziell älteren Menschen mit Behinderung Selbstbestimmung fördernde Lebens- und Wohnbedingungen ermöglicht.
Leitung des Projekts: Eveline Valtink, Hofgeismar; Dr. Georg Hofmeister, Hofgeismar
Haben Menschen mit Demenz (noch) einen Sinn für Humor? Kann ihr Leid durch Humor - interventionen beeinflußt werden? Ist Lachen in der Altenarbeit nicht unprofessionell? Darf man überhaupt, ob Professioneller oder Angehöriger, im Umgang mit Menschen, die unter einer Demenz leiden, fröhlich und heiter sein? Verstehen Menschen mit Demenz Humor? Kann man vielleicht Humor auch von Menschen mit Demenz lernen?
Die Anzahl der demenziell erkrankten Personen in Pflege- und Altenheimen nimmt kontinuierlich zu. Da insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit eine pflegeintensive Betreuung der Betroffenen notwendig ist und sowohl personelle als auch finanzielle Ressourcen knapp sind, ist dringend eine einfach anzuwendende Kooperationsstrategie in der Pflegepraxis erforderlich. Sowohl der Umgang mit, als auch der Zugang zum Menschen mit Demenz müssen verbessert werden, um dadurch zusätzlich das Wohlbefinden und die Lebensqualität des Erkrankten zu steigern. Humorinterventionen scheinen eine gelungene Kooperationsstrategie zu sein.
Monika Rösner: Humor trotz(t) Demenz - Humor in der Altenpflege (Mit einem Vorwort von Prof. Dr. Dr. Rolf Dieter Hirsch), Köln: KDA, 2007, 69 Seiten, ISBN 978-3-940054-02-9, Preis: 11,00 Euro
Immer mehr Internet-Plattformen stellen sich auf die Generation 50plus ein. "Späte" Beziehungen haben nach Ansicht von Alterswissenschaftlern Vorteile: Die Kinder sind aus dem Haus, nicht mehr der Beruf, sondern die eigene Person und der Partner stehen im Vordergrund. Psychologe Johannes Wickert zufolge leben Männer und Frauen in späteren Partnerschaften sehr bewußt im "Hier und Jetzt", in dem sie die Zeit für sich und den Partner aktiv und kreativ gestalten. Im Online-Club "http://www.feierabend.de" sind zum Beispiel Aufnahme und Angebote kostenlos, allerdings mit zielgruppenspezifischer Werbung durchsetzt. Eine Rundmail am Wochenende läßt bei den Mitgliedern sogar familiäre Gefühle aufkommen. Wer will, kann jederzeit aus der virtuellen in die reale Welt wechseln, denn die Webseite unterhält in Deutschland inzwischen 70 Regionalgruppen, auch eine in Kiel und auf Sylt. Lokale Moderatoren laden zu Ausflügen mit Fördedampfern oder gemeinsamen Essen ein und helfen allen, sich im vielseitigen Angebot des Internetportals zurechtzufinden. Weitere Senioren-Portale sind "http://derzweitefruehling.de" mit ystematischer Suche per Punktesystem, begleitet von Wissenschaftlern, "http://seniorentreff.de", das Themen wie Gesundheit, Reisen und Gedächtnistraining berücksichtigt, sowie "http://50plus-treff.de" mit einem vielseitigen Portal für die "BestAger"(Quelle: shz - Horizonte, 24. 11. 2006).
Bis heute bedeutet schön zu sein, jung zu sein. Doch keine Frau sollte das Gefühl haben, daß Älterwerden etwas Negatives ist. Die Kosmetikfirma "Dove" fand heraus, daß es an der Zeit ist, sich schön zu fühlen und stolz auf sich zu sein, egal in welchem Alter. Dabei empfinden viele Frauen Älterwerden als etwas Positives. In einer weltweiten Studie von Dove ("Schönheit - keine Frage des Alters", Juni 2006. Weltweite Umfrage unter 1.450 Frauen im Alter von 50 bis 64 zum Thema Schönheit und Älterwerden, durchgeführt in neun Ländern) erklärten 87 Prozent aller Frauen über 50, daß sie sich zu jung fühlen, um schon als "alt" abgestempelt zu werden. Sie würden es begrüßen, wenn die Gesellschaft ihre Sicht über Frauen und das Älterwerden ändern würde. Noch ein weiteres Anliegen brachte die Studie ans Licht: Viele der befragten Frauen wünschen sich Produkte, die auf die speziellen Bedürfnisse ihrer Altersgruppe zugeschnitten sind und sie gezielt ansprechen. Daher startete Dove eine Werbekampagne, um der vorwiegenden Meinung in unserer Gesellschaft, es müsse Alter mit Worten wie "Anti-Aging" bekämpft oder verheimlicht werden, etwas entgegenzusetzen.
Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hat dazu aufgerufen, den demografischen Wandel als Chance zu sehen. Viele ältere Menschen seien körperlich und geistig fit und hätten eine jahrzehntelange Berufserfahrung. "Ältere Menschen verfügen über Potenziale, die wir als Gesellschaft noch längst nicht ausgeschöpft haben", sagte sie bei der Bundestagsdebatte über den 5. Altenbericht der Bundesregierung. Bisher seien nur 45 Prozent der 55 bis 65jährigen erwerbstätig.
Senioren müßten außerdem als Konsumentengruppe stärker wahrgenommen werden, denn Deutschland werde 2035 weltweit das Land mit der ältesten Bevölkerung sein. "Die deutsche Wirtschaft könnte hier zum Trendsetter für eine Entwicklung werden, die alle Industrienationen betrifft", erklärte von der Leyen.
Gleichzeitig wies sie darauf hin, die Gesellschaft müsse sich auch den Herausforderungen stellen, die mit dem demografischen Wandel verbunden seien. In den nächsten 40 Jahren werde sich die Zahl der über 80jährigen verdreifachen, viele von ihnen seien kinderlos. Schon jetzt müsse man sich daher Gedanken über neue soziale Netze machen. So sei es denkbar, daß sich junge Alte verstärkt um Hochbetagte kümmerten.
Die Opposition kritisierte, der Altenbericht, der seit August 2005 vorliege, sei mit monatelanger Verzögerung auf die Tagesordnung des Bundestages gesetzt worden. "Leider wird es zur Gewohnheit, daß die Altenberichte erst jahrelang anstauben, bevor sie diskutiert werden", kritisierte die FDP-Abgeordnete Sibylle Laurischk. Das werde der Bedeutung des Themas nicht gerecht. BH
Deutsches Ärzteblatt | Jg. 104 | Heft 71 | 16. Februar 2007, S. A386
Die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderte Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros erstellte eine Datenbank mit etwa 1000 Eintragungen, in denen Initiativen und Projekte für Ältere vorgestellt werden. Die nach Rubriken sortierte und leicht zugängliche unter "http://www.senioren-initiativen.de" abrufbare Datenbank möchte ein Wegweiser sein für das freiwillige Engagement älterer Bürger.
Künftige Rentner müssen sich nach einer Studie der Dresdner Bank im Schnitt um 15 Prozent weniger Einnahmen aus der gesetzlichen Rentenkasse abfinden. Dies sei unter anderem das Ergebnis der Rentenreform der Bundesregierung, die zum 1. Januar in Kraft getreten ist. Demnach würde zum Beispiel ein Koch, der heute in Rente geht und bei einem durchschnittlichen Brutto-Einkommen von 2000 Euro 40 Jahre lang Beiträge eingezahlt hat, nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung eine Rente von 775 Euro monatlich beziehen. Ein Koch, der in diesem Jahr anfängt zu arbeiten und dann ebenso lange in die Rentenkasse einzahlt, komme später nur noch auf 659 Euro. Bei einem Dolmetscher mit 4000 Euro Monatseinkommen stehe dem derzeitigen Rentenniveau von 1549 Euro ein künftiges von 1318 Euro gegenüber.
Hintergrund ist der "Nachhaltigkeitsfaktor", der die Berechnung der Rentenerhöhungen auch von der demographischen Entwicklung abhängig macht. Die Dresdner Bank hat in ihrer Studie eine Inflationsrate von 1,5 Prozent berücksichtigt - die Kaufkraft ist also direkt vergleichbar. Nicht einbezogen ist die ebenfalls per 1. Januar geänderte Besteuerung der Renten, weil sie vom individuellen Steuersatz abhängig sei. Die Experten gehen überdies davon aus, daß der Anteil der Erwerbstätigen in Deutschland an der Gesamtbevölkerung von heute 72 Prozent auf 80 Prozent im Jahr 2030 steigt.
Die Fernsehsender stellen sich zunehmend auf die Zielgruppe älterer Zuschauer ein - dies erklärten Teilnehmer der Tutzinger Medientage, bei denen jüngst die Fernsehnutzung der Generation "50 "plus" im Mittelpunkt stand.
Das Fernsehen werde in den nächsten Jahren von den Themen Familie, Service, Ratgeber, Kultur und Information bestimmt, sagte Axel Schwanebeck von der Evangelischen Akademie Tutzing. Diese neue Gewichtung des Programms werde auf Kosten von bisherigen Quoten-Rennern wie Formel 1, Boxen und Comedys gehen, weil ein älteres Publikum nicht an "Blödeleien" interessiert sei. Die Umschichtung der Zielgruppe werde sich auch auf die Werbung auswirken.
Ältere Bevölkerungsgruppen bräuchten allerdings ausführlichere Produktinformationen als jüngere, wie Christoph Wild von der ARD-Werbegesellschaft "Sales Services" sagte.
Der Altersdurchschnitt der Zuschauer liegt bei der ARD bei 58 Jahren, beim ZDF bei 59, bei den dritten Programmen zwischen 58 und 60 Jahren.
GÜTERSLOH - Die Geriatrie muß ein Schwerpunkt der hausärztlichen Versorgung sein. Zudem müßten Hausärzte über die Fähigkeit zur ambulanten Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen verfügen, heißt es in einem Bericht der Expertenkommision "Ziele in der Altenpolitik" der Bertelsmann Stiftung. Eine bedeutende Komponente dieses Fähigkeitsprofils seien dabei Kompetenzen in der schmerztherapeutischen Behandlung. Die stark wachsende Zahl älterer Menschen bedrohe die gesundheitliche Versorgung in dieser Altersgruppe. Mit Hilfe von Prävention - etwa Kraft-, Ausdauer- und Bewegungstraining - seien jährlich Milliardensummen einzusparen, sagte der wissenschaftliche Leiter der Kommission, Professor Andreas Kruse von der Universität Heidelberg. Heute seien vier Prozent der Bevölkerung in Deutschland älter als 80 Jahre, 2050 zählten schon elf Prozent zu den Hochbetagten.
Schon heute entfielen 43 Prozent der Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung auf ältere Menschen ab 65 Jahren, erläuterte Kruse. Während die medizinischen Ausgaben pro Jahr in der Gruppe der 20jährigen derzeit im Schnitt bei 1500 Euro und bei den 40jährigen bei 2200 Euro lägen, stiegen sie bei den 60jährigen auf 3850 Euro und bei den 80jährigen auf 6800 Euro an.
Berlin - Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ursula Engelen-Kefer hat davor gewarnt, ältere Menschen auf dem Arbeitsmarkt zu benachteiligen. Schon heute seien "nur etwa 35 Prozent der über 55jährigen überhaupt beschäftigt". Die Gewerkschafterin reagierte damit auf Äußerungen des Präsidenten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW/Berlin), Klaus Zimmermann, der eine geringere Entlohnung für ältere Arbeitnehmer gefordert hatte.
MÜNSTER - Der Trend zu unseriösen Verjüngungsversprechen und Anti-Aging-Präparaten hat bei Hormonexperten scharfe Kritik ausgelöst. "Damit wird viel Schindluder getrieben", sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE), Professor Hendrik Lehnert, zum Auftakt des DGE-Sym-posium in Münster. Seit zwei Jahren blühe dieser Markt, obwohl aus medizinischer Sicht keine Lebensverlängerung möglich sei. Völlig gesunde Menschen nähmen Hormone, statt sich richtig zu ernähren und Sport zu treiben.
Viele Rentner, zu wenige Kinder, noch weniger Enkel, stagnierende Wirtschaft... Aus solcher Zwischenbilanz eine unabwendbar trostlose Zukunft in einem vergreisenden Land abzuleiten, ist falsch. Die »Neuen Alten« haben ein unschätzbares Kapital: Zeit. Und Lust, sie sinnvoll zu nutzen: Um Neues zu lernen. Um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Um sich sozial zu engagieren - zum Wohle der Jungen. mehr
Frauen, die sich mit 50 attraktiver fühlen als mit 30, 70jährige, die kein Shampoo gegen "altes Haar" kaufen wollen - der demographische Wandel verändert auch Märkte und Kaufverhalten. Eine Chance für die Wirtschaft, mehr Nachhaltigkeit umzusetzen, und für die Gesellschaft, traditionelle Werte neu zu entdecken. mehr
Die Menschen in den Industrieländern erreichen heute ein hohes Alter, sie bleiben länger gesund, körperlich leistungsfähig und selbständig. Die mittlere Lebenserwartung ist im Verlauf des zwanzigsten Jahrhunderts gewaltig gestiegen. In Deutschland hat sie sich seit 1880 verdoppelt, und bei jedem Jahrgang nimmt sie weiterhin um zwei bis drei Monate zu. Änderungen in der Lebensführung und die Fortschritte der Medizin sind die Hauptursachen. mehr