Neuerscheinungen


Philosophie/Lebenskunst

Joachim Fuchsberger
Altwerden ist nichts für Feiglinge.

Gütersloh 2011 (Gütersloher Verlagshaus), 224 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 978-3-579-06760-5

Er ist alt. Er ist bekannt und beliebt. Jetzt macht der Schauspieler Joachim Fuchsberger seinen Altersgenossen und allen Jüngeren, die ja auch irgendwann mal alt werden, Mut, locker mit diesem unvermeidlichen Vorgang im Leben umzugehen: "Ich denke, es ist Zeit, dass sich die Alten die faltige Haut nicht länger über die Ohren ziehen lassen. Hören wir auf, im stillen Kämmerlein und vor der Glotze auf die Schwätzer aus den Amtsstuben zu hören, lassen wir uns keine Angst mehr einjagen von den Neunmalklugen, wo immer sie sitzen." Launig und charmant, nachdenklich, aber nie weinerlich, plaudert der große alte Mann des deutschen Unterhaltungsfilms über die Blüte seines Lebens und darüber, wie es sich anfühlt, wenn sie langsam dahinwelkt. Fuchsberger nimmt kein Blatt vor den Mund und empfiehlt, sich den Lebensabend nicht durch demographische Schwarzmalerei verderben zu lassen.
Der deutsche Schauspieler und Entertainer Joachim "Blacky" Fuchsberger wurde am 11. März 1927 in Stuttgart geboren. Aufgewachsen in Heidelberg und Düsseldorf. Nach dem Krieg, an den er bereits als 16jähriger teilnahm, arbeitete er unter Tage auf einer Zeche, bevor er im väterlichen Betrieb als Monteur von Satz- und Druckmaschinen tätig war. Weitere berufliche Stationen wie Hörfunk- und Wochenschau-Sprecher folgten, bis 1954 seine Filmkarriere begann. In den 60er Jahren spielte er mit unterschiedlichen Rollen in zahlreichen Edgar-Wallace-Filmen mit. Darüber hinaus moderierte Joachim Fuchsberger ab den 80er Jahren verschiedene Fernseh- und Talkshow-Formate, wie "Auf Los geht's los" oder "Heut' Abend".

Peter Sloterdijk
Du mußt dein Leben ändern. Über Anthropotechnik

Ffm 2009 (Suhrkamp), 723 Seiten, 24,8 Euro, ISBN: 978-3-518-41995-3

In seinem neuen großen Essay über die Natur des Menschen betreibt Peter Sloterdijk Märchen-Kritik: Als Kritik des Märchens von der Rückkehr der Religion könnte man seine Thesen verstehen. Doch nicht die Religion kehrt zurück. Es verschafft sich vielmehr etwas ganz Fundamentales in der Gegenwart Raum: Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen. Rainer Maria Rilke hat den Antrieb zu solchen Exerzitien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Form gefaßt: "Du mußt dein Leben ändern." In seinem Plädoyer für die Ausweitung der Übungszone des einzelnen wie der Gesellschaft entwirft Peter Sloterdijk eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen. Seine Aktivitäten wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden ... Es sind die ausdrücklich übenden Menschen, die diese Existenzweise am deutlichsten verkörpern: Bauern, Arbeiter, Krieger, Schreiber, Yogi, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models. Ihre Trainingspläne und Höchstleistungen versammelt dieses Buch zu einer vergnüglich-instruktiven Lektüre von den Übungen, die erforderlich sind, ein Mensch zu sein.
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung und seit 2001 deren Direktor. Seit 2002 leitet er zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus - Das Philosophische Quartett".

Medizin/Psychologie

Arno Geiger
Der alte König in seinem Exil.

München 2011 (Hanser), 192 Seiten, 17,90 Euro, ISBN: 3-446-23634-1

Arno Geiger hat ein tief berührendes Buch über seinen Vater geschrieben, der trotz seiner Alzheimerkrankheit mit Vitalität, Witz und Klugheit beeindruckt. Die Krankheit löst langsam seine Erinnerung und seine Orientierung in der Gegenwart auf, läßt sein Leben abhandenkommen. Arno Geiger erzählt, wie er nochmals Freundschaft mit seinem Vater schließt und ihn viele Jahre begleitet. In nur scheinbar sinnlosen und oft so wunderbar poetischen Sätzen entdeckt er, daß es auch im Alter in der Person des Vaters noch alles gibt: Charme, Witz, Selbstbewußtsein und Würde. Arno Geigers Buch ist lebendig, oft komisch. In seiner tief berührenden Geschichte erzählt er von einem Leben, das es immer noch zutiefst wert ist, gelebt zu werden.
Arno Geiger, geboren 1968 in Bregenz, lebt in Wien und Wolfurt/Vorarlberg. Studium der Germanistik, vergleichende Literaturwissenschaft und Alte Geschichte. Seit 1986 Videotechniker bei den Bregenzer Festspielen. Ab 1993 freiberuflicher Schriftsteller.

Romane und Prosa

Camille De Peretti
Wir werden zusammen älter. Roman

Reinbek bei Hamburg 2011 (Rowohlt), 288 Seiten, 19,95 Euro, ISBN: 9783498053079

Am Sonntag werden die Mütter und Väter in der Seniorenresidenz Bégonias in Paris von ihren Söhnen und Töchtern besucht - ein Kosmos voller Überraschungen. Die Alten sind eine unschlagbare Truppe mit fantastischen Ideen, stets zuckersüß und bitterböse. Thérèse findet die Liebe ihres Lebens, spät, aber umso heftiger. Der selbsternannte Kapitän Dreyfus gibt Madame Alma und ihren Freundinnen Anweisungen, wie sie sich an Bord der Residenz zu verhalten haben - bis er durch ein Loch im Gartenzaun entflieht. Der Sohn bemerkt es nicht, er küsst gerade die Pflegerin. Nebenan weint eine Krankenschwester, denn sie erwartet ein Kind von einem Schwarzen, und ihre Eltern sind entsetzt. Die Alten helfen ihr, sich zu entscheiden. De Peretti blickt in jedes der 64 Zimmer der Residenz, als hätte man die Fassade weggenommen.
Mit sprühendem Humor und großer literarischer Leichtigkeit schreibt die 29jährige Autorin über Menschen, die gemeinsam alt werden und hartnäckig ihre eigenen Vorstellungen von Glück verwirklichen.

John Updike
Die Tränen meines Vaters. Erzählungen

Reinbek 2011 (Rowohlt), 367 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3-498-06889-X

Aus dem Englischen von Maria Carlsson. Es ist leicht, Menschen in der Erinnerung zu lieben", schreibt John Updike in seinen nachgelassenen Erzählungen. Und er tut es, er blickt zurück, will die verblassenden Bilder so zärtlich, aber auch so genau wie möglich beschreiben die Großeltern, die musische Mutter mit ihren jähen Zornesausbrüchen, den lehrenden Vater, die eigenen Kinder und Enkel. Und natürlich die Frauen, immer die Frauen: Ehe, Ehekrisen, Ehebruch. Jemand liest im Regen eine Nachbarin auf, bringt sie heim. Unwetter, Stromausfall. Bald sind beide nackt. Dann kommt das Licht wieder, sie ziehen sich peinlich berührt an und verabschieden sich, als sei nichts gewesen. Es war ja auch nichts. Und doch bleibt ein Echo im Hallraum der Erinnerung. Von der Weltwirtschaftskrise der 30er bis zu den Nachwehen des 11. September, vom ländlichen Alton bis ins ferne Indien spannt sich der Bogen eines ganzen Menschenlebens.

Nicholas Drayson
Kleine Vogelkunde Ostafrikas. Roman

Reinbek 2010 (Rowohlt TB), 288 Seiten, 8,95 Euro, ISBN: 349924814X

Deutsch von Sabine Maier-Längsfeld mit zahlreichen Schwarz-Weiß-Abbildungen. Mr. Malik ist ein warmherziger, schüchterner Mann mit einem großen Geheimnis: Er ist bis über beide Ohren verliebt in Rose, die Leiterin der örtlichen Gruppe von Vogelbeobachtern ist. Während er noch überlegt, wie er die Dame seines Herzens als Begleiterin zum jährlichen Nairobi Hunt Ball gewinnen kann, trifft der charmante Draufgänger Harry Kahn in der Stadt ein. Auch er hat ein Auge auf Rose geworfen und möchte sie ebenfalls zum Ball einladen. Da schreiten die Gentlemen aus Mr. Maliks Club ein und schlagen den beiden Rivalen eine Wette vor. Wer von beiden die meisten Vögel innerhalb einer Woche entdeckt, darf Rose einladen.

Brigitte Halenta
Die Breite der Zeit. Roman

Berlin 2007 (Orlanda Frauenverlag), 287 Seiten, 19,50 Euro, ISBN: 3936937494

Ist das Leben nach 70 noch lebenswert? Und ob! Henriette, die Heldin dieses Romans nimmt sich das Recht, im Alter endlich nur noch ihren eigenen Lebensvorstellungen zu folgen. Behutsam schält sie sich aus dem Kokon ihres alten Lebens heraus, zieht in die Großstadt und kommt ihrem künstlerischen Talent auf die Spur. Und da geschieht es: Im Alter von 74 verliebt sich Henriette zum zweiten Mal in ihrem Leben. Mit dem Galeristen Carl erlebt sie eine späte Liebe, die die Zeit außer Kraft setzt. Es entspinnt sich eine Liebesgeschichte, die nur so wunderbar sein kann, weil die beiden Menschen, die sich hier begegnen, auf über 70 Jahre Lebenserfahrung zurückblicken können.
Die Autorin Brigitte Halenta, Jahrgang 1937, ist Lehrerin und Psychotherapeutin in eigener Praxis. Seit einigen Jahren arbeitet sie als Drehbuchautorin. 2000 erhielt sie für ihr Drehbuch "Lavendel ist blau" einen Preis des Landes Schleswig-Holstein. Die Autorin lebt in Lübeck.

Barbara Bronnen
Am Ende ein Anfang. Roman

München 2008 (Piper), 168 Seiten, 8,- Euro, ISBN: 3492250319

Vor über 30 Jahren waren sie ein Paar: Die Fotografin Charlotte und der ehemalige Verlagsleiter Johannes begegnen sich zufällig wieder. Inzwischen beide um die Siebzig, beginnen sie, sich Briefe zu schreiben. Tastend und zögerlich wächst die Hoffnung, aus der alten eine neue Liebe entstehen zu lassen - Ein mutiges und sensibles Buch über das späte Glück im Alter.
Barbara Bronnen, Autorin von Romanen, Erzählungen, Sachbüchern, Hörspielen und Dokumentationen, lebt in München - in der Nähe des Alten nördlichen Friedhofs.

Dorothea Razumovsky
Letzte Liebe. Roman

Frankfurt/Main 2009 (Weissbooks), 150 Seiten, 18,80 Euro, ISBN: 3-940888-44-3

"Jetzt reicht es!", sagt sich die alte Dame, die genug hat von den Sticheleien ihrer Stieftochter, und mietet sich in einem Seniorenstift ein: um frei zu sein, um tun und lassen zu können, was sie für richtig hält. Mit Witz, Wagemut und unstillbarem Erfahrungshunger taucht sie ein in ein neues Leben mit neuen Freunden und Verehrern, begleitet von ihrem Hund Cora und ihrem Laptop. Und entdeckt, daß es, auch für sie, noch Liebe gibt - und daß es nie zu spät ist, zu sich selber zu kommen. Letzte Liebe erzählt von einer Junggebliebenen, die sich mit einer Mischung aus List und Neugier in jeder Situation zu behaupten weiß.
Die Autorin Dorothea Razumovsky arbeitete für den Rundfunk und namhafte Zeitungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Sie ist Autorin mehrerer Sachbücher, überwiegend zu Themen der Geschichte und Außenpolitik. Sie lebt in Lich in Hessen.

Monika Maron
Animal Triste. Roman

Frankfurt/Main 2001 (S. Fischer), 240 Seiten, 18,- Euro, ISBN: 978-3-10-048807-7

Die Erzählerin in diesem Roman erinnert sich zum letzten Mal an ihre Liebe, die ihr im Sommer 1990 begegnete, als sie nicht mehr jung war und noch nicht alt. Nachdem ihr Geliebter sie verlassen hat, zieht sie sich aus der Welt zurück und wiederholt seitdem die Zeit mit ihm als eine nicht endende Liebesgeschichte. Das Ende der Diktatur offenbart die Ordnung ihres Lebens als absurd, die gewonnene Freiheit fügt sich nicht mehr dem Ganzen, sondern stellt die früheren Lebensentscheidungen infrage. Die Liebe zu Franz, der jenseits der Mauer aufgewachsen ist, wird zur obsessiven Leidenschaft, die keinen Verzicht zuläßt und keine Rücksicht. Die Heldin des Romans beschwört die Liebe als letzte anarchische Sinngebung, die sich über jede Ordnung hinwegsetzt und ihre eigene errichtet.
Die Autorin, Monika Maron, 1941 in Berlin geboren, wuchs in der DDR auf, übersiedelte 1988 in die Bundesrepublik und lebt seit 1993 wieder in Berlin. Sie wurde mit mehreren Preisen ausgezeichnet, darunter dem Kleist-Preis (1992), dem Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg (2003) und dem Deutschen Nationalpreis (2009).

Botho Strauß
Vom Aufenthalt. Wege des Mannes, Stunden der Frau

München 2009 (Carl Hanser), 352 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 9783446234413

Ein Buch von der großen Verwunderung über eine Zeit, die von Krise zu Krise stolpert, ohne die tieferen Ursachen dieser modernen Erdbeben zu verstehen - oder: verstehen zu wollen? Botho Strauß, der große Einzelgänger der zeitgenössischen Literatur in Deutschland, hebt in diesen Erzählungen die Religion und die Mythen, die Gegenwart als Teil der Geschichte, das Verhältnis der Geschlechter, das Unzugängliche und das Unerklärliche, das Übersehene und das Unverbundene in unterschiedlicher Beleuchtung hervor. Sein neuer Prosaband vereint Träumerei und strenge Zeitdiagnose und ist ein eindrucksvolles Zeugnis des Nachdenkens über gegenwärtige und kommende Krisen.

Praktische Lebenshilfe/Ratgeber

Dr. Ruth K. Westheimer/Pierre A. Lehu
Silver Sex. Wie Sie Ihre Liebe lustvoll genießen

Ffm/NY 2008 (Campus Verlag), 264 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 9783593382715

Übersetzt von Jutta Deutmarg.
"Da in unserer Gesellschaft die Jugend so sehr im Mittelpunkt steht, wird leicht übersehen, daß auch ältere Menschen Sex haben und das sehr wohl genießen. Wir alle haben sexuelle Bedürfnisse, und es gibt keinen Grund, das zu leugnen. Sex hat zahlreiche wohltuende Auswirkungen, und die haben Sie einfach verdient - ganz egal, wie alt Sie sind!" Dr. Ruth K. Westheimer

Richard Nelson Bolles/John E. Nelson
Die besten Jahre. Planen Sie jetzt, wie Sie nach dem Job leben wollen

Ffm/NY 2008 (Campus), 334 Seiten, 19,80 Euro, ISBN: 9783593386676

Bearbeitet von Madeleine Leitner, übersetzt von Madeleine Leitner Viele Menschen freuen sich darauf, im Ruhestand endlich Zeit für "die wichtigen Dinge" im Leben zu haben - aber wenn es so weit ist, fallen viele in ein schwarzes Loch. Um ihren Traum von einem erfüllten Ruhezustand wahrzumachen, sollten Sie daher frühzeitig anfangen, diesen zu planen.

Zeitgeschichte

Renate Hofmann
Mit den Augen der Weisheit. Hochbetagte erzählen aus ihrem Leben

Stuttgart 2007 (Kreuz), 120 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 978-3-7831-2883-3

Aus ihren Erinnerungen spricht in der Tat die Weisheit eines langen Lebens, oft auch die Tiefe eines gelebten Glaubens. Und was ganz deutlich wird und richtungweisend sein sollte: Auch im Alter leben diese Menschen nicht nur in der Vergangenheit - sie haben weiterhin einen Alltag, sie haben Wünsche und Hoffnungen, Perspektiven und wollen ihr Leben genießen und selbst gestalten, soweit das noch möglich ist. Dieses Buch ist ein Plädoyer dafür, alte Menschen nicht als Pflegefälle und Objekte unserer Tuns, sondern endlich wieder als Subjekte wahrzunehmen.

Sterben und Tod

Reimer Gronemeyer
Sterben in Deutschland. Wie wir dem Tod wieder einen Platz in unserem Leben einräumen können

Frankfurt am Main 2007 (S. Fischer), 304 Seiten, 19,90 Euro, ISBN: 3100287126

Lange Zeit war der Tod ein selbstverständlicher Bestandteil des Lebens. Er hatte seinen Ort inmitten der Familie, inmitten unserer Gesellschaft. Noch heute wünschen sich 80 Prozent der Deutschen, zu Hause zu sterben, doch die Wirklichkeit sieht anders aus, denn tatsächlich sterben 80 Prozent in Krankenhäusern oder Pflegeheimen. Mit der persöhnlichsten Sache eines Menschen, mit dem "Sterben in Deutschland", setzt sich Reimer Gronemeyer in seinem Buch auseinander. Der Soziologe und Theologe kritisiert dabei nicht nur die zunehmende Ökonomisierung des Sterbens und die wachsende Verdrängung des Themas aus der gesellschaftlichen Diskussion, sondern er spannt den Bogen von der humanen Sterbebegleitung in Hospizen bis hin zur kritischen Frage, der Euthanasie und des selbstbestimmten Sterben.
Der Autor Reimer Gronemeyer, geboren 1939, studierte Theologie in Hamburg, Heidelberg und Edinburgh, Promotion zu den Paulusbriefen; lutherischer Pfarrer in Hamburg. Studium der Soziologie, Promotion zu Fragen der Demokratisierung in Institutionen. Seit 1975 ist Gronemeyer Professor für Soziologie an der Universität Gießen.

Varda Hasselmann /Ellinor Jensen
Lebenszeit und Ewigkeit. Gespräche über Alter und Sterben

(O. W. Barth), 320 Seiten, ISBN: 3-502-61035-5

Gespräche, die u.a. mit Carl Amery - Ruth-Alice von Bismarck - Elisabeth Furtwängler - Hanns-Dieter Hüsch - Abt Odilo Lechner - Yehudi Menuhin - Imo Moszkowicz - Heinz Zahrnt geführt wurden.
Das Buch ist erhältlich über die Autorin Frau Dr. Varda Hasselmann, Kraillinger Weg 68, 82061 Neuried bei München, da der Verlag O. W. Barth eingegangen ist. Habe ich mein Leben "richtig" gelebt? Wie hat das Altwerden mich verändert? Bedeutet der Tod das Ende? Oder möglicherweise ein neues Leben? 21 Frauen und Männer - Prominente und Nicht-Prominente - haben ihren einfühlsamen Gesprächspartnerinnen Antworten von beeindruckender Offenheit gegeben. Ein Buch, das Mut macht, sich den Herausforderungen des Altwerdens und der eigenen Endlichkeit zu stellen.
"Die Chancen nutzen, die Zumutungen annehmen, die schönen Stunden auskosten" - das könnte als Fazit unter den einundzwanzig Gesprächen stehen, die die Autorinnen mit Prominenten und Nicht-Prominenten geführt haben. Es wird deutlich, daß die Jahre jenseits der Siebzig keineswegs bloßer Lebensausklang sind, sondern ein durchaus eigenständiger Lebensabschnitt, den man mit all seinen Besonderheiten, seinen Problemen und Glückserfahrungen, annehmen und bejahen sollte - denn "Gottes Termine stehen nicht in unserem Kalender". "Man sollte das Leben, das man hier gelebt hat, wach und bewußt bis zum Ende leben. Die Menschen, die man liebt und die dabei sind, bewußt verlassen. Das Sterben ist genauso ein Teil des Lebens wie das Feiern und die Geburt, die ja auch nicht schmerzlos ist." (Yehudi Menuhin)

Henriette Kaiser
Schlußakkord. Die letzten Monate mit Katja

Wien 2006 (Zsolnay und Deuticke), 272 Seiten, 19,9 Euro, ISBN: 978-3-552-06028-9

Niemand denkt gern ans Sterben. Auch Katja und Henriette nicht. Aber sie müssen: Katja hat Krebs und liegt im Sterben. Sie ist 37. In den letzten Monaten besucht Henriette Katja fast täglich und versucht, ihrer Freundin auf dem Weg in den Tod beizustehen. Erst nach dem Tod von Katja wird Henriette bewußt, was für eine ungeheuerliche Reise sie selbst, als Begleiterin, erlebt hat. Und diese Reise schildert sie hier, mit allen Ratlosigkeiten, aber auch den tief erlebten Erfahrungen: für das eigene Leben und für das Verständnis, daß erst im Schlussakkord das Leben vollendet ist.
Die Autorin Henriette Kaiser, 1961 in München geboren, studierte nach einer Gesangsausbildung Germanistik, assistierte bei Bühne und Film und absolvierte 1997 die Münchner Hochschule für Fernsehen und Film. Sie arbeitet als Drehbuchautorin und Regisseurin in fiktiven und dokumentarischen Film- und TV-Formaten. Als Autorin veröffentlichte sie 2006 das Buch Schlußakkord (Deuticke Verlag).

Ivan Noble
Wie ein Loch im Kopf. Mein Tumortagebuch

München 2006 (Kabel/Piper), 192 Seiten, 16,9 Euro, ISBN: 978-3-8225-0674-5

Übersetzt von Juliane Gräbener-Müller
Im August 2002 wurde Ivan Nobles Leben vollkommen auf den Kopf gestellt. Von einem Tag auf den anderen war er nicht mehr der Wissenschaftsjournalist der BBC-Website in London, der glückliche 35jährige, der sich auf die Geburt seines ersten Kindes freute, sondern ein todkranker Mann mit einem aggressiven Hirntumor. Sein Online-Tagebuch gehört zu den meistgelesenen im Internet. Hunderttausende verfolgten den beeindruckenden Überlebenskampf eines Mannes, der sich nie hat unterkriegen lassen. Noble gelingt das Unmögliche: sich trotz aller Verzweiflung nie der Angst hinzugeben und immer das vor Augen zu haben, was wirklich zählt: die Hochzeit mit seiner Freundin, die Geburt seiner beiden Kinder und eine Million kleiner Dinge. Indem Noble sie mit seinem einzigartigen schwarzen Humor beschreibt, lehrt er uns den Wert der eigenen Existenz.


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