Joachim Fuchsberger
Altwerden ist nichts für Feiglinge.
Gütersloh 2011 (Gütersloher Verlagshaus), 224 Seiten, 19,99 Euro, ISBN: 978-3-579-06760-5
Er ist alt. Er ist bekannt und beliebt. Jetzt macht der Schauspieler Joachim Fuchsberger seinen Altersgenossen und allen Jüngeren, die ja auch irgendwann mal alt werden, Mut, locker mit diesem unvermeidlichen Vorgang im Leben umzugehen: "Ich denke, es ist Zeit, dass sich die Alten die faltige Haut nicht länger über die Ohren ziehen lassen. Hören wir auf, im stillen Kämmerlein und vor der Glotze auf die Schwätzer aus den Amtsstuben zu hören, lassen wir uns keine Angst mehr einjagen von den Neunmalklugen, wo immer sie sitzen." Launig und charmant, nachdenklich, aber nie weinerlich, plaudert der große alte Mann des deutschen Unterhaltungsfilms über die Blüte seines Lebens und darüber, wie es sich anfühlt, wenn sie langsam dahinwelkt. Fuchsberger nimmt kein Blatt vor den Mund und empfiehlt, sich den Lebensabend nicht durch demographische Schwarzmalerei verderben zu lassen.
Der deutsche Schauspieler und Entertainer Joachim "Blacky" Fuchsberger wurde am 11. März 1927 in Stuttgart geboren. Aufgewachsen in Heidelberg und Düsseldorf. Nach dem Krieg, an den er bereits als 16jähriger teilnahm, arbeitete er unter Tage auf einer Zeche, bevor er im väterlichen Betrieb als Monteur von Satz- und Druckmaschinen tätig war. Weitere berufliche Stationen wie Hörfunk- und Wochenschau-Sprecher folgten, bis 1954 seine Filmkarriere begann. In den 60er Jahren spielte er mit unterschiedlichen Rollen in zahlreichen Edgar-Wallace-Filmen mit. Darüber hinaus moderierte Joachim Fuchsberger ab den 80er Jahren verschiedene Fernseh- und Talkshow-Formate, wie "Auf Los geht's los" oder "Heut' Abend".
Peter Sloterdijk
Du mußt dein Leben ändern. Über Anthropotechnik
Ffm 2009 (Suhrkamp), 723 Seiten, 24,8 Euro, ISBN: 978-3-518-41995-3
In seinem neuen großen Essay über die Natur des Menschen betreibt Peter Sloterdijk Märchen-Kritik: Als Kritik des Märchens von der Rückkehr der Religion könnte man seine Thesen verstehen. Doch nicht die Religion kehrt zurück. Es verschafft sich vielmehr etwas ganz Fundamentales in der Gegenwart Raum: Der Mensch als Übender, als sich durch Übungen selbst erzeugendes Wesen. Rainer Maria Rilke hat den Antrieb zu solchen Exerzitien zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Form gefaßt: "Du mußt dein Leben ändern." In seinem Plädoyer für die Ausweitung der Übungszone des einzelnen wie der Gesellschaft entwirft Peter Sloterdijk eine grundlegende und grundlegend neue Anthropologie. Den Kern seiner Wissenschaft vom Menschen bildet die Einsicht von der Selbstbildung alles Humanen. Seine Aktivitäten wirken unablässig auf ihn zurück: die Arbeit auf den Arbeiter, die Kommunikation auf den Kommunizierenden, die Gefühle auf den Fühlenden ... Es sind die ausdrücklich übenden Menschen, die diese Existenzweise am deutlichsten verkörpern: Bauern, Arbeiter, Krieger, Schreiber, Yogi, Rhetoren, Instrumentalvirtuosen oder Models. Ihre Trainingspläne und Höchstleistungen versammelt dieses Buch zu einer vergnüglich-instruktiven Lektüre von den Übungen, die erforderlich sind, ein Mensch zu sein.
Peter Sloterdijk, 1947 in Karlsruhe geboren, ist dort seit 1992 Professor für Philosophie und Medientheorie an der Hochschule für Gestaltung und seit 2001 deren Direktor. Seit 2002 leitet er zusammen mit Rüdiger Safranski die ZDF-Sendung "Im Glashaus - Das Philosophische Quartett".
Rodolf Steiner
Vom Alt-Werden. Zusammengestellt und herausgegeben von Gisela Gaumnitz - Studienmaterial aus dem Gesamtwerk
Basel 2009 (Die Pforte), 349 Seiten, 28 Euro, ISBN: 385636076X
Rudolf Steiner, geboren 1861, verstorben 1925 in Dornach, Studium der Mathematik, Naturwissenschaften und Philosophie in Wien. Anschluss 1902 der Theosophischen Gesellschaft, 1913 Trennung und Gründung der Anthroposophischen Gesellschaft sowie 1919 die erste Waldorfschule. Entfaltung des anthropos. Debnkansatzes durch zahlreiche Veröffentlichungen und eine umfangreiche Lehrtätigkeit. Steiners Geisteswissenschaft ist keine bloße Theorie. Ihre Fruchtbarkeit zeigt sie vor allem in der Erneuerung aller Bereiche des Lebens: der Erziehung, der Medizin, der Kunst, der Religion, der Landwirtschaft, bis hin zu jener gesunden Dreigliederung des ganzen sozialen Organismus, in der Kultur, Rechtsleben und Wirtschaft sich genügend unabhängig voneinander entfalten können.
Elisabeth Moltmann-Wendel
Gib die Dinge der Jugend mit Grazie auf. Texte zur Lebenskunst
Stuttgart 2008 (Radius-Verlag), 160 Seiten, 16 Euro, ISBN: 978-3-87173-103-7
Über die Kunst, das, was einengt, aufzugeben und neue Räume zu betreten. Die Lebenszeit annehmen und gestalten, darin kann Gelingen liegen. Ein Buch der Lebenskunst - nicht nur im Alter.
"Frau Moltmann-Wendel schreibt in der Einleitung, daß dies kein Buch über das Altern sei, und doch hat das Buch mit Altern zu tun, weil wir im Alter Veränderungen bewußter wahrnehmen. Mit Ihren Buch lädt sie uns ein, darüber nachzudenken, was die Dinge der Jugend sind und zu überlegen, ob wirklich alles gut und schön war/ist. Sie ermutigt uns, uns nicht an die Dinge der Jugend zu klammern sondern sie freiwillig aufzugeben. Wichtig ist es, dem Leben nachzuspüren, sich zu fragen, was von dem, was ich mit mir herumtrage kann aufgegeben werden, weil es überholt ist oder weil es zu einem Bild von Leistung und Perfektion gehört, daß ich aufgeben möchte. Und sie ermutigt uns im positiven Sinn neugierig zu sein oder es zu werden." (http://www.hausamdom.bistumlimburg.de/)
Klaus-Peter Hertzsch
Chancen des Alters. Sieben Thesen
Stuttgart 2008 (Radius-Verlag), 120 Seiten, 12 Euro, ISBN: 978-3-87173-109-9
Niemand weiß, was Altsein wirklich bedeutet, ehe er selber alt ist. Der Jenaer Theologe Klaus-Peter Hertzsch erzählt authentisch vom Altwerden und Altsein. Kaum einer wie er kann Leserinnen und Lesern diese Erfahrung näherbringen. Alte und Junge leben gleichzeitig in verschiedenen Zeiten. Alt sein heißt: mit kurzer Zukunft umgehen lernen. Erinnerung im Alter ist Erfahrung, Erfahrung kann Ermutigung sein. Zeit des Alterns nutzen heißt: Gegenwart gestalten. Die lebenslange Gewißheit des Todes zeigt im Alter ein neues Gesicht. Der Trost des Evangeliums kehrt im Alter zu seinen Ursprüngen zurück.
Ulrike Hermann/Martina Wittneben
Älter werden, Neues wagen. Zwölf Portraits
Hamburg 2008 (Edition Körber Stiftung), 300 Seiten, 14 Euro, ISBN: 978-3-89684-069-1
12 Portraits, die Mut machen, Neues zu wagen und das Abenteuer Leben zu genießen. Ulrike Herrmann und Martina Wittneben haben Menschen gefragt, warum sie im Alter ganz Neues beginnen. Ob sie ein Unternehmen gründen, sich für ihre Mitmenschen engagieren oder zu eigener Kreativität finden: Sie alle haben einen mutigen Schritt gewagt. Das Bild vom älteren Menschen hat sich mit dem demografischen Wandel verändert - doch die neuen Stereotype stets aktiver, fast faltenloser und dauerfröhlicher Senior Citizens zeigen genauso wenig die Lebensrealität älterer Menschen wie die früheren Bilder von Hinfälligkeit und Passivität. Aber wie lässt sich ein erfülltes Leben im höheren Alter gestalten?
Zwölf Menschen, die viel Leben hinter sich, aber immer noch viele Pläne vor sich haben, berichten von Glücksgefühlen und Erfolgen, aber auch von Sorgen und Einschränkungen, die das Alter mit sich bringen. Ihre Porträts machen Mut, selbst Neues zu wagen und das Abenteuer Leben bis zur Neige zu genießen.
Ursula Richter
Ab Sechzig lebe ich anders, als ihr denkt. Wie wir Frauen ein neues Jahrzehnt entdecken
München 2008 (Pendo-Verlag), 256 Seiten, Euro, ISBN: 978-3-86612-169-0
Alle reden über die neue Gelassenheit der Generation 50+. Doch mit Beginn des 60. Lebensjahres sind die Ressourcen nicht mehr unerschöpflich. Der Blick richtet sich nicht mehr nur zurück auf die erlebte Fülle, sondern vor allem auch nach vorn verwundert, neugierig und manchmal auch entsetzt. Erstmals spürt man die Begrenzung des Alters. Dabei gehören die heute 60-Jährigen doch zur historisch ersten Generation der emanzipierten Frauen und sind vom Geist der 68er geprägt. Wie sich die 60-Jährigen von heute zwischen Rebellion und Alterserfahrung neu erfinden, dem geht die Soziologin Ursula Richter im Blick auf ihr eigenes Leben und das vieler anderer Frauen aus der Generation 60+ nach. Ein sehr persönlicher und spannender Einblick in das Leben einer Generation, die so noch nicht zu Wort gekommen ist.
Über die Autorin: Dr. Ursula Richter, 1942 geb. in Tschechien, ist Mutter von drei Kindern und fünf Enkelkindern. Die Diplom-Soziologin war bis 2002 Professorin in Japan und bis 2007 Gastdozentin in China Forschungsaufenthalte führten sie auch nach Kanada und in die USA: Heute lebt sie als freie Autorin in Süddeutschland. Von der Autorin u. a. bereits erschienen: "Einen jüngeren Mann lieben. Neue Beziehungschancen für Frauen" (1989), "Die Rache der Frauen, Formen weiblicher Selbstbehauptung" (1991), "Was heißt hier Oma! Das Selbstverständnis der Großmütter von heute" (1994).
Anselm Grün
Leben ist Jetzt. Die Kunst des Älterwerdens
Freiburg 2010 (Herder), 240 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 978-3-451-30238-1
Älter werden wir von alleine. Aber zu wissen, wie man auf gute Weise älter wird, das ist eines der schwierigsten Kapitel der Lebenskunst. Körper und Seele sind wichtig. Aber auch Beziehungen, Sinnfragen, und die Art, wie wir mit unserer Zeit umgehen. Der Blick auf das Alte verschärft nur die Fragen, die eigentlich für das ganze Leben gelten. Leben ist jetzt. Und wir leben ja schließlich nicht, um jung zu bleiben, sondern um alt zu werden.
Pater Anselm Grün, geb. 1945, Dr. der Theologie, trat 1964 in den Benediktinerorden ein. Seit 25 Jahren ist er erfolgreicher "Manager" der Abtei Münsterschwarzach. Neben seiner Tätigkeit als Theologe und Cellerar (Verwalter der Abtei) wirkt er als geistlicher Berater und erteilt Kurse in Meditation, tiefenpsychologischer Auslegung von Träumen, Fasten und Kontemplation.
Anselm Grün
Die hohe Kunst des Älterwerdens.
Münsterschwarzach 2007 (Vier Türme Verlag), 166 Seiten, 16,90 Euro, ISBN: 3-87868-661
Wer wird schon gerne älter? Oft wird das Nachdenken über das Alter verdrängt. Anselm Grün zeigt in seinem neuen Buch, dass das Älterwerden genauso Herausforderungen und Chancen bietet wie jede andere Lebensphase auch. Er ermutigt seine Leserinnen und Leser, mit dem eigenen Alter bewußt umzugehen. Einfühlsam führt er in die Kunst ein, gerade im Alter und durch das Alter hindurch noch mehr zu sich selbst zu finden.
Anselm Grün, geboren 1945, verwaltet die Benediktinerabtei Münsterschwarzach. Außerdem ist er geistlicher Berater und Autor zahlreicher spiritueller Bücher. 2007 wurde Anselm Grün das Bundesverdienstkreuz verliehen.
Klaus Möllering (Hrsg.)
Die Kunst des Alterns. Eine Lebensaufgabe
Leipzig 2005 (Evangelische Verlagsanstalt), 288 Seiten, 13,8 Euro, ISBN: 3-374-02264-2
Die Angst vorm Altern entsteht dadurch, daß dieser Lebensabschnitt beinahe ausschließlich über die möglichen körperlichen und sozialen Defizite definiert wird. Bekannte Zeitgenossen denken in diesem Buch darüber nach, welchen wertvollen Schatz die christliche Tradition demgegenüber zu bieten hat: Nicht auf die eigene Kraft zu bauen, sondern auf das Vertrauen, die Grenzen der eigenen Zeit zu sehen, Wichtiges von Unwichtigem trennen, Lassen und Loslassen können - wer das im Glauben vermag, hat anderen viel voraus. Entstanden sind Essays voller persönlicher Einsichten und Empfindungen.
Mit Beiträgen von: Margot Käßmann, Norbert Blüm, Fulbert Steffensky, Friedrich Schorlemmer, Manfred Kock, Oda-Gebbine Holze-Stäblein, Helwig Wegner. Andrea Schneider und anderen.
Klaus Möllering, Jahrgang 1953, ist der Senderbeauftragte der EKD beim DeutschlandRadio und bei der Deutschen Welle.
Herbert Riehl-Heyse
Jugendwahn und Altersstarrsinn. Mein ganz persönlicher Generationskonflikt
München 2003 (Blessing)
Nie waren die Sechzigjährigen so jung und vital wie heute. Alle finden das erfreulich, nur nicht die Jungen. Die sehen darin Konfliktstoff, artikulieren dementsprechend frech, was wiederum den Unmut der Älteren schürt. Herbert Riehl-Heyse, ein ebenso sensibler wie respektloser Journalist, der das Buch nicht mehr vollenden konnte, hat seine Erfahrungen an der streckenweise versteinerten Kommunikationsfront einfließen lassen, Der Verlag versammelt hier ein Fragment und ausgewählte Texte aus dem letzten Lebensjahr - Glanzstücke der Arbeit "vom Riehl", wie er in der Branche genannt wurde, in diesem Buch. 3. Auflage
Margot Käßmann
In der Mitte des Lebens
Herder 2009, 160 Seiten gebunden, 16,95 Euro
In zehn Kapiteln geht die Autorin den Themen nach, die sich mitten im Leben stellen: Jugendlichkeit und Alter, Familie, Freundschaft und Alleinsein, Schönheit und Scheitern, Krankheit und Glück, Grenzen und Kraftquellen, Routine und Veränderung.
Ralf Rothmann
Feuer brennt nicht
Suhrkamp 2009, 303 Seiten gebunden, 19,80 Euro
...von existenzieller Wucht...
Ralf Rothmann hat eine große Reflexion über Altern und Männlichkeit, Liebe und Begehren, Freiheit und Abhängigkeit geschrieben.
Wilhelm Schmid
Mit sich selbst befreundet sein
Suhrkamp, 436 Seiten, 22,00 Euro, ISBN: 3-518-41656-1
Einst hielt es die Philosophie für ihre vorrangige Aufgabe, Menschen zu einem bewußten Verhältnis zu sich und ihrem Leben anzuleiten - um auch zu einem angemessenen Umgang mit anderen in der Lage zu sein. Die moderne Philosophie geht dagegen zwar systematisch vom Subjekt aus, führt dieses in praktischer Hinsicht aber gerade nicht mehr zu sich selbst zurück, so, als könne nur der Umgang mit anderen ein seriöser Gegenstand der Ethik sein. Heute erscheint das Selbst als größte Schwachstelle der modernen Gesellschaft.
"Mit sich selbst befreundet sein", davon sprach schon Aristoteles. "Lebenskunst im Umgang mit sich selbst": Das ist die Tradition Senecas, Montaignes, Nietzsches und Foucaults. An diese Tradition knüpft Schmid an und schreibt vom Umgang mit sich selbst und wie er erlernt werden kann, ausgehend von der existenziellen Erfahrung der Angst und der möglichen Antwort darauf.
Wilhelm Schmid
Philosophie der Lebenskunst. Eine Grundlegung
Ffm (stw), 566 Seiten,15 Euro, ISBN: 3-518-28985-3
Das Interesse an Lebenskunst ist zeitbedingt. Nach Lebenskunst fragen diejenigen, für die sich das Leben nicht mehr von selbst versteht, in welcher Kultur und Zeit auch immer. Die Frage bricht vorzugsweise dort auf, wo Traditionen, Konventionen und Normen nicht mehr überzeugend sind und die Individuen sich um sich selbst zu sorgen beginnen.
In Schmids Neubegründung einer Philosophie der Lebenskunst geht es darum, jene Aspekte ausfindig zu machen, die "quasi-transzendetal", zwar nicht für jede mögliche, aber für jede reflektierte und in diesem Sinne philosophische lebenskunst grundlegend sind - ein Versuch, Lebenskunst nicht inhaltlich festzulegen, sondern ihre Grundbestandteile zu thematisieren, die im jeweiligen historischen und kulturellen Kontext die Bedingungen ihrer Möglichkeit darstellen und deren konkrete Ausgestaltung den Individuen überlassen bleiben muß.
André Gorz
Der Verräter
Rotpunktverlag Zürich 2008, 440 Seiten gebunden, 27,50 Euro
Aus dem Französischen von Eva Moldenhauer. Einführung von Thomas Schaffroth, Nachwort von Jean-Paul Sartre.
In seinem Brief an D. hatte André Gorz geschrieben: "Ich habe die gründliche Erforschung, die ich mir vornahm, als ich Der Verräter schrieb, nicht wirklich geleistet. Es bleiben noch viele Dinge, die ich verstehen, klären muss." Und dennoch geht das erste Buch, das Gorz 1958 auf Französisch veröffentlich hat, schon sehr weit in der Selbsterforschung. Es ist unerbittlich und schonungslos in seiner Selbstentblößung und -kritik. Gorz erzählt in Er-Form sein bisheriges Leben, die Kindheit in Wien als Sohn eines jüdischen Vaters und einer katholischen Mutter, dann die Jahre als Gymnasiast und Student(und Flüchtling) in der Schweiz, wo er beschließt, Franzose zu werden. Schließlich die Übersiedlung nach Paris.
Das Außerordentliche an diesem Buch ist die Genauigkeit, mit der hier Zeitgeschichte, Theorieentwicklung und individuelle Erfahrung verknüpft werden.
Mit Der Verräter hat Gorz viel mehr als die Autobiografie des jungen Mannes geschrieben: Es ist die Monografie eines Denk- und Lebenszusammenhangs.
Simone de Beauvoir
Das Alter.
Reinbek 2000 (Rowohlt Taschenbuch), 778 Seiten, 9,90 Euro
Deutsch von Anjuta Aigner-Dünnwald und Ruth Henry. Dieses klassische Buch über das Alter ragt durch die Fülle des Materials ebenso wie durch die Vielfalt an Einsichten und Perspektiven unter wissenschaftlichen und philosphischen Abhandlungen dieses Themas heraus. Ihr Buch "Das andere Geschlecht" enthält ebenso biologische und kulturhistorische Fakten wie übergreifende gesellschaftliche Zusammenhänge.
Norbert Bobbio
Vom Alter - De senectute
5. Aufl., Berlin 2004 (Klaus Wagenbach)
Aus dem Italienischen von Annette Kopetzki
Richard Boeckler
Im Alter Neues beginnen. Verwirklichungen einer Alterskultur
1999 (V&R), 128 Seiten, 10,90 Euro
Vierundfünfzig Seniorinnen und Senioren, die der Autor befragt hat, haben ihn von ihren Aktivitäten berichtet.
Hans-Liudger Dienel/Cornelia Foerster/Beate Hentschel/Christof Kübler
Späte Freiheiten. Geschichten vom Altern. Neue Lebensformen im Alter
München/London/New-York 1999 (Prestel), 175 Seiten
In einem umfangreichen Bildteil läßt diese Kulturgeschichte des Alters das Leben älterer Menschen gestern und heute unmittelbar anschaulich werden. Private Fotografien und Dokumente ergänzen Darstellungen des Alters aus Malerei und bildender Kunst. Zahlreiche Aufsätze namhafter Autoren verschiedener Fachrichtungen zeichnen die tiefgreifenden Veränderungen der Lebensbedingungen alter Menschen von 1800 bis heute nach. Und zehn Biographien aus alter und neuer Zeit erzählen persönliche Geschichten vom Altwerden.
Thomas Druyen
Olymp des Lebens. Das neue Bild des Alters
Luchterhand, 2003, 268 Seiten
Ein Plädoyer für eine zeitgemäße Alterskultur sowie die persönliche und gesellschaftliche Nutzung der Werte und Chancen.
Wenda Focke (Hrsg.)
Unterwegs zu neuen Räumen. Die Veränderung des Selbstbildes im Alter
(parErga)
Alter - ein noch recht unbequemer, da weniger bekannter LebensRaum - ist kein Zustand, sondern besteht wie alle Phasen unseres Daseins aus dynamischen und statischen Prozessen, aus Augenblicken und Übergängen. Nicht lineare Dimensionen, sondern vielschichtige, komplexe ermöglichen uns ein allmähliches Umgehen-Können mit dem Leben, den Menschen, dem Leid und der Endlichkeit, und last-but-not-least mit uns selbst. Veränderungen treten in uns auf und doch erleben wir uns auf eine geheimnisvolle Weise als unveränderlich.
Zu diesem Thema stellen 14 Autoren aus Deutschland, den Niederlanden und den USA ihre Erfahrungen und Gedanken dar - in verschiedenen Formen: als Briefe, Fragmente, als Traum, Gedicht, als Notizen, als Esays. Sie zeigen ihre eigenen Entwicklungsprozesse auf, in denen etwas von der Komplexität der Veränderung ihres und zugleich des Selbstbildes im Altger deutlicher sichtbar wird.
Die Herausgeberin des Bandes, Dr.phil. Wenda Focke, hält als Gerontologin Vorträge, veranstaltet Seminare und Workshops und ist der Universität Erlangen-Nürnberg als Lehrbeauftragte im Bereich Germanistik verbunden.
Christa Geissler/Monika Held
Generation Plus. Von der Lüge, dass Altwerden Spaß macht
(Schwarzkopf & Schwarzkopf), 350 Seiten, 14,90 Euro
Mit Interviews: Modedesignerin Gabriele Strehle, Liedermacher Konstantin Wecker, Psychoanalytikerin Margarete Mitscherlich, Schauspieler Peter Sodann. Jeder weiß es, keiner gibt es zu: Alt werden ist furchtbar. Sagt das aber mal einer im Freundeskreis, heißt es hinter seinem Rücken: Die/der Ärmste - tut sich schwer mit dem Alterr! Es ist ärgerlich, wie das Alter verklärt wird. Bücher geben schlichte Tips: Bleben Sie schön und gesund! - Gewöhnen Sie sich das Altern ab! - Anti-Aging löst alle Probleme. Lauter verlogene Titel. Die Generation plus hüpft selten über blühende Wiesen oder besteigt schwerelos das Matterhorn. Warum es nicht endlich einmal sagen: Alt werden ist mühsam. Niemanden gefällt es. Schönheit im Alter? Gelassenheit und Würde? Weisheit? Von wegen!
Es ist befreiend, endlich nicht mehr so tun zu müssen, als bringe jedes neue Jahr Friede, Freude, Eierkuchen. Das haben die Autorinnen in vielen Gesprächen mit Frauen und Männern festgestellt. Christa Geissler lebt in München und ist seit fünf Jahren freie Journalistin und Medienberaterin. Monika Held lebt in Frankfurt am Main. Seit zehn Jahren ist sie Autorin der Zeitschrift "Brigitte".
Judith Giovannelli-Blocher
Das Glück der späten Jahre. Mein Plädoyer für das Alter
Zürich 2004 (Pendo), 218 Seiten, 17,90 Euro
Arno Gruen
Verratene Liebe - Falsche Götter
Stuttgart (Klett-Cotta), ISBN: 3-608-94246-7
Das Buch von Arno Gruen ist ein entscheidendes Plädoyer für eine friedensfähige Zukunft in den Zeiten einer von Terror und Krieg, von sozialer Kälte, Lieblosigkeit und Haß bedrohten Welt. Wir Menschen streben nach Autonomie, aber unterwerfen uns Autoritäten. Wir verlangen nach Liebe, aber machen uns abhängig von falschen Göttern. Wer uns Glück verheißt, dem folgen wir, ohne zu erkennen, daß damit die Verdrehung der Liebe beginnt. Wir lieben, was wir hassen, und hassen, was wir lieben könnten. Dies hat politische Konsequenzen. Wir treten den Aggressoren bei. Wie können sich Menschen aus ihren Verstrickungen in Haß, Schuld und Selbstmitleid lösen und für ein selbstbestimmtes Leben freimachen?
E. Heinemann/D. Iser u. a.
Alte Liebe. Gedanken, Impressionen und Emotionen zur Pflege. Fotoband
2003 (Schlütersche), 158 Seiten, 19,90 Euro
Eindrucksvoll zeigt dieser ungewöhnliche Bildband dass der Mensch im Mittelpunkt der Altenpflege steht, nicht nur Kosten, Gesetze und Dienstleistungen. Fotos, Gedichte und Texte sind Atempausen, aus denen Pflegekrafte und Laien Kraft und Energie für ihre tägliche Arbeit schöpfen können.
Mihály Hoppál
Das Buch der Schamanen
München 2002
Hannelore Krollpfeiffer
Älter werden ist ganz anders
München 1992
Rita Levi Montalcini
Ich bin ein Baum mit vielen Ästen. Das Alter als Chance
München 2002 (Piper) 174 Seiten, 8,90 Euro
Aus dem Italienischen von Christel Till-Galliani
Elisabeth Lukas
Alles fügt sich und erfüllt sich. Die Sinnfrage im Alter
2000 (Quell), 95 Seiten, 8,50 Euro
Auf der Grundlage der von Viktor E. Frankl begründeten Logotherapie ermutigt die Autorin zu einem kreativen Umgang mit der eigenen Lebensgeschichte und weckt Freude an der persönlichen "Lebensernte". 4. Auflage
Helen M. Luke
Sinn des Alters
(Daimon Verlag)
Ulfilas Meyer
Happy Aging - den Rhythmus des Lebens finden.
Herder, 2004, 159 Seitenstrong>
Ein Plädoyer für ein selbstbestimmtes Altern und Reifen vor dem Hintergrund von Achtsamkeit, Bewegung, Gelassenheit, Vereinfachung und Entschleunigung des Lebens.
Julia Onken
Altweibersommer. Ein Bericht über die Zeit nach den Wechseljahren
Beck, 2002, 183 Seiten
Ein leidenschaftlicher Appell, Freiheit und Chancen des Alters zu nutzen.
Otto Penz
Metamorphosen der Schönheit. Eine Kulturgeschichte der modernen Körperlichkeit
(Turia-Kant)
100 Jahre Schönheit - von der üppigen Frauengestalt des 19. Jahrhunderts bis zum knabenhaften Model, vom wohlbeleibten Bürger bis zum androgynen Popstar. Das Buch verfolgt den Wandel der westlichen Schönheitsvorstellungen und Ideale, den die großen sozialen Bewegungen und kulturellen Umbrüche im 20. Jahrhundert bewirken. Die einzelnen Abschnitte und 16. Illustrationen veranschaulichen die die wichtigsten Etappen des Ästhetisierungsprozesses, in dem Veränderungen der medialen Landschaft eine ebenso bedeutsame Rolle spielen wie neue Methoden der Verschönerung. Als Resultat der Entwicklungen zeichnet sich in der Gegenwart eine pluralistische Schönheitsdemokratie ab.
John Cowper Powys
Kultur als Lebenskunst. Das essayistische Werk
(Zweitausendeins), ISBN: 3861504030
Über Literatur und Lesen, über Liebe und Natur, über Kulturkritik, über Lebenstechniken und Lebenskunst, Kukltur als Element der persönlichen Glücks u.v.m. Aus dem Englischen von Susann Nurmi-Schomers und Christian Schomers, mit Texterläuterungen von Ekkehard Kunze
John Cowper Powys
Die Philosophie des Trotzdem
(Zweitausendeins) 518 Seiten, 19,95 Euro, Bestell-Nr. 18396
In diesem Spätwerk richtet sich Powys an Menschen, die "im wahnwitzigen, verrückten und erschreckenden Chaos des Lebens" nach verläßlichen Lösungen für die elementaren Entscheidungen des Daseins suchen. Powys zeigt, mit welchen Strategien wir ein selbstbestimmtes und glückliches Leben erreichen können: trotz der großen Heilsversprechungen orthodoxer Weltanschauungen, trotz einschränkender Konventionen, trotz der Ratschläge selbst ernannter Experten... Deutsche Erstausgabe. Deutsch von Annette von Charpentier.
John Cowper Powys
Die Kunst des Älterwerdens.
(Zweitausendeins) 452 Seiten, 19,95 Euro, Bestell-Nr. 18426
Ob wir in der letzten Phase unseres Lebens glücklich oder unglücklich werden, hängt im Wesentlichen von unserer Fähigkeit ab, darin mehr zu sehen als nur ein Nachlassen der körperlichen und geistigen Kräfte. Daß wir altern, ist unausweichlich, aber das Älterwerden ist eine Kunst, die in der bewußsten Reflexion über das Unausweichliche besteht. John Cowper Powys lehrt, wie sich mit den Jahren die Freude am eigenen Leben steigern und vertiefen läßt, und wie wir gerade im Alter zu einem wissenden und kontemplativen Glück finden können, das uns in jedem anderen Lebensabschnitt versagt bleibt. Deutsche Erstausgabe. Deutsch von Waltraud Götting.
John Cowper Powys
Die Verteidigung der Sinnlichkeit. Das essayistische Werk
(Zweitausendeins) 370 Seiten
Eines von Powys erfolgreichsten Büchern. Powys entwickelt das theoretisch-philosophie Fundament seines gesamten schriftstellerischen Lebenswerks - kurzweilige, spannende und geistreiche Essays, eine Mischug aus Philosophie, Lebensweisheit, Sinnlichkeit, Humor und ganz praktischen Lebenstechniken. Aus dem Englischen von Annette von Charpentier, mit Texterläuterungen von Klaus Gabbert
Simone Rethel
Schönheit des Alters - Johannes Heesters, fotogr. von Simone Rethel
BSVf Burgschmiet, 1998, 96 Seiten
Herbert Riehl-Heyse
Jugendwahn und Altersstarrsinn. Mein ganz persönlicher Generationskonflikt - ein Fragment und ausgewählte Texte aus dem letzten Lebensjahr.
3. Auflage, München 2003 (Blessing)
Nie waren die Sechzigjährigen so jung und vital wie heute. Alle finden das erfreulich, nur nicht die Jungen. Die sehen darin Konfliktstoff, artikulieren dementsprechend frech, was wiederum den Unmut der Älteren schürt.
Herbert Riehl-Heyse, ein ebenso sensibler wie respektloser Journalist, der das Buch leider nicht mehr vollenden konnte, hat seine Erfahrungen an der streckenweise versteinerten Kommunikationsfront einfließen lassen, Der Verlag versammelt hier Glanzstücke der Arbeit "vom Riehl", wie er in der Branche genannt wurde, aus seinem letzten Lebensjahr in diesem Buch.
F. Kleespies/W. Riemann
Die Kunst des Alterns. Reifen und Loslassen
2004 (Reinhardt), 12,90 Euro
Ein Werk aus Fritz Riemanns Nachlaß, in einer neuen, von Wolfgang Kleespies überarbeiteten Auflage: Jenseits von Bevölkerungsentwicklung, Rentendiskussion und Jugendwahn befaßt sich dieses Buch mit persönlichen Themen des Alterns - mit den Fragen, Sorgen und Hoffnungen, die Menschen in der Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit beschäftigen.
Ingrid Ryssel/Doris Westheuser (Hrsg.)
Älter werden mit Gott. Ein Werkbuch mit Andachten und Geschichten zum Erzählen, Vorlesen und kreativen Gedächtnistraining
2002 (Gütersloher), 96 Seiten, 19,95 Euro
Hannelore Schlaffer
Das Alter. Ein Traum von Jugend
Frankfurt/Main 2003
Elisabeth Schlumpf
Wenn ich einst alt bin, trage ich Mohnrot. Neue Freiheiten genießen
Kösel, 2003, 198 Seiten
Die Psychotherapeutin zeigt den persönlichen Weg das Älterwerden anzunehmen sowie sich mit den zentralen Themen auseinanderzusetzen: die verbleibende Zeit zu nutzen, physisch und psychische Beziehungen, Tod.
Sybil Schönfeldt
Die Jahre, die uns bleiben. Gedanken einer Alten über das Alter
Piper, 1997, 259 Seiten
Christine Swientek
Mit 40 depressiv, mit 70 um die Welt. Wie Frauen älter werden
Herder, 2003, 191 Seiten
Uta Tschirge/Anett Grüber-Hrcan,
Ästhetik des Alters. Der alte Körper zwischen Jugendlichkeitsideal und Alterswirklichkeit
2000 (Kohlhammer), 150 Seiten, 15,70 Euro
Körperliche Makellosigkeit gilt als erstrebenswertes Symbol einer an jugendlichen Werten orientierten Gesellschaft. Das Alter wird gleichgersetzt mit dem Ende der Schönheit, dessen geringste Spuren so weit wie möglich hinausgeschoben werden müssen. Dieses Buch ist eine exellente Auseinandersetzung mit der Illussion ewiger Jugend. alter und Altwerden betreffen schließlich jeden.
Die Autorinnen sind Diplom-Sozialarbeiterinnen/-pädaginnen (FH) und arbeiten in Einrichtungen der Altenhilfe und Rehabilitation. Sie thematisieren die Auseinandersetzung mit der Illussion ewiger Jugend, die Angst vor dem Verfall, Körperbilder von Mann und Frau, Sexualität, Gewalt und Todesverdrängung.
Patricia Tudor-Sandahl
Das Leben ist ein langer Fluß. Über das Älterwerden
Herder, 2003, 160 Seiten
Eine ernsthafte, lebensnahe Betrachtung über die Lebensphase "vor den Falten, der Vergesslichkeit und dem allgemeinen Abbau", über das "junge Alter" zwischen 50 und 70, in dem sich angesichts des natürlichen Alterungsprozesses auch Werte und Prioritäten beginnen zu wandeln.
Harald Wenzel-Orf
Mit hundert war ich noch jung. Die ältesten Deutschen
München 2001 (Econ), 224 Seiten, 30,00 Euro, ISBN: 3-430-19587-X
Mit einem Essay von Günter Kunert. Wer weiß schon von Menschen, die hundert Jahre alt und mehr sind? In diesem Buch können wir sie kennenlernen. Harald Wenzel-Orf ist durch ganz Deutschland gereist, um die Ältesten dieses Landes zu finden. Das Ergebnis ist ein Geschichten- und Fotobuch, das Menschen mit Humor und Lebenskraft, mit Einsicht und Mut vereint und deren Lebensläufe uns teilnehmen lassen an den wechselhaften Geschicken der Zeiten - ein anderer Blick auf das letzte Jahrhundert.
Eva Zeltner
Und plötzlich fühl ich mich alt. Vom Blues der mittleren Jahre.
2004 (Zytglogge), 220 Seiten, 19,50 Euro
Die Autorin analysiert im Blues der mittleren Jahre die existenziellen Probleme einer Generation im Spannungsfeld zwischen der Verwirklichung eigener Pläne, gesellschaftlicher Realitäten, familiärer Konstellation und der Verdrängung des Alterungsprozesses.
Jean-Claude Kaufmann
Schmutzige Wäsche. Zur ehelichen Konstruktion von Alltag
Konstanz 1994
© 2003-2008 by Dr. Dietmar Höhne - Mail: info@aging-alive.de
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Viele der hier aufgeführten Bücher können per E-Mail auch über die Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung in Flensburg bestellt werden.
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