Zeitgeschichte



Renate Hofmann
Mit den Augen der Weisheit. Hochbetagte erzählen aus ihrem Leben

Stuttgart 2007 (Kreuz), 120 Seiten, 17,95 Euro, ISBN: 978-3-7831-2883-3

Aus ihren Erinnerungen spricht in der Tat die Weisheit eines langen Lebens, oft auch die Tiefe eines gelebten Glaubens. Und was ganz deutlich wird und richtungweisend sein sollte: Auch im Alter leben diese Menschen nicht nur in der Vergangenheit - sie haben weiterhin einen Alltag, sie haben Wünsche und Hoffnungen, Perspektiven und wollen ihr Leben genießen und selbst gestalten, soweit das noch möglich ist. Dieses Buch ist ein Plädoyer dafür, alte Menschen nicht als Pflegefälle und Objekte unserer Tuns, sondern endlich wieder als Subjekte wahrzunehmen.

Sabine Bode
Kriegsenkel. Die Erben der vergessenen Generation

Stuttgart (Klett-Cotta) ISBN: 979-3-608-94550-8

Die Kriegsvergangenheit zeigt auch heute noch in vielen Familien Spuren, bis in die zweite und dritte Generation hinein. Jetzt meldet sich die Generation der Kinder der Kriegskinder zu Wort. Ein Buch, das den "Kriegsenkeln" hilft, sich selbst besser zu verstehen.
"Die Kriegsenkel sind die heute 25 bis 50jährigen Kinder der 'Kriegskinder'. Sabine Bode verdeutlicht anschaulich die weitreichenden transgenerationalen Auswirkungen auf ihre Erziehung und Entwicklung und sogar auf ihre gegenwärtigen Beziehungen. Vieles ist beunruhigend, die Sprachlosigkeit zwischen den Generationen besteht weiter." Hartmut Radebold (Buchtext)

Sabine Bode
Die vergessene Generation. Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen

Stuttgart (Klett-Cotta) ISBN: 3-608-94072-3

Was viele bislang nur ahnten, wird nun zunehmend offen ausgesprochen: Die Kriegsvergangenheit zeigt auch heute noch in vielen Familien Spuren, bis in die zweite und dritte Generation hinein. - Ein Buch, nicht nur für ehemalige Kriegskinder, in etwa die Jahrgänge von 1930 bis 1945, sondern auch ein Buch, das den Jüngeren helfen wird, ihre Eltern besser zu verstehen. (Buchtext)

Pablo Casals
Licht und Schatten auf einem langen Weg. Erinnerungen aufgezeichnet von Ablert E. Kahn

Ffm (Fischer Taschenbuch), 229 Seiten, 9,95 Euro, ISBN: 978-3-596-21421-1

"Dieses Dokument eines dramatischen Lebens liest man, ohne aufhören zu können: mit ungläubigem Staunen, mit Spannung und Bewunderung. Pablo Casals erzählt schlicht und herzlich, humorvoll und dankbar allen gegenüber, die ihm jemals geholfen haben. Der Republikaner im freiwilligen Exil schildert vor allem politische Ereignisse und Aktivitäten. Erstaunlicherweise spricht er kaum über Musik. Und doch glaubt man, dem liebenswerten Menschen und idealistischen Künstler, dem leidenschaftlichen Demokraten und unbeirrbaren Kämpfer für Frieden und soziale Gerechtigkeit nähergekommen zu sein: So unmittelbar teilt sich die natürliche Originalität seines Wesens dem Leser mit." Hamburger Abendblatt. Pablo Casals größte Hoffnung hat sich nicht erfüllt: das Ende der Diktatur und die Wiederherstellung der Demokratie in Spanien zu erleben.


Viktor E. Frankl
...trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager

München 2005 (dtv), 208 Seiten, 7,50 Euro, ISBN: 3-423-30142-2

Der 1945 niedergelegte Bericht "Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager" und die 1946 geschriebene dramatische Skizze "Synchronisation in Birkenwald", die in diesem Band zusammengefaßt sind, wollen nicht Mitleid erregen oder Anklage erheben. Noch weniger geht es um die Situation des Grauens. Worauf es dem Neurologen Frankl vor allem ankommt, ist, zu beschreiben, durch welche Phasen der Entmenschlichung die KZ-Häftlinge gehen mußten und wie es doch einigen von ihnen möglich war, innerlich zu vollbringen, was das "Buchenwald-Lied" forderte: "... trotzdem Ja zum Leben sagen."


Hartmut Radebold
Abwesende Väter. Folgen der Kriegskindheit in Psychoanalysen

Göttingen 2000 (Vandenhoeck & Ruprecht), 249 Seiten, 26,9 Euro, ISBN: 3-525-01461-9

Unter Mitarbeit von Hildegard Radebold. Traumatisierende Erfahrungen, beschädigte Lebensbedingungen und abwesende Väter charakterisieren die Situation und Entwicklung vieler Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs und in den folgenden Jahren ihre Kindheit verbracht haben. Auf der Basis der Auswertung von zehn Psychoanalysen 45- bis 60-jähriger Patienten verdeutlicht Hartmut Radebold das Ausmaß der Beschädigungen bis ins mittlere Erwachsenenalter - gleichzeitig wird aber auch deutlich, dass auch in diesem Lebensabschnitt psychotherapeutische Hilfe sinnvoll und fruchtbar sein kann. Diskutiert werden darüber hinaus Fragen wie: Kann ein Kriegskind hinter der Couch Kriegskinder auf der Couch behandeln? Welche Entwicklungsmöglichkeite n bieten sich für so betroffene Patienten im Alter? Ist die Abwesenheit der Väter nicht auch als Chance zu verstehen?


Hartmut Radebold (Hg.)
Kindheiten im II. Weltkrieg und ihre Folgen.

Gießen 2004 (Psychosozial-Verlag), 237 Seiten, Euro, ISBN: 3-89806-202-3

Mit Beiträgen von: Elmar Brähler, Georg Driesch, Tillmann Greb, Jürgen Hardt, Christoph Seidler u. a.
Nachdem sie lange geschwiegen und verdrängt hat, erinnert sich die Generation der über 60jährigen an ihre Kindheit im Krieg und die Folgen. Das, was ihr Leben so elementar bestimmte, wird erst heute wahrgenommen und diskutiert. Renommierte Analytiker berichten facettenreich und tiefgehend über ihre Erkenntnisse aus der Praxis im Umgang mit diesen Menschen dieser Generation. Wegen der großen Nachfrage und dem anhaltenden öffentlichen Interesse hat Hartmut Radebold die bereits vergriffene, gleichnamige Ausgabe der Zeitschrift psychosozial überarbeitet und erweitert. Mit dem daraus entstandenen Buch präsentiert er dieses aktuelle Thema gut aufbereitet einem breiteren Publikum. (Broschur)


Arno Surminski
Vaterland ohne Väter. Roman

2004 (Ullstein), 455 Seiten, 22 Euro, ISBN: 3550086040

Wer war Robert Rosen? Sechzig Jahre nach dem Tod ihres Vaters, der am 31. Januar 1943 in Russland fiel, begibt sich Rebeka Lange, geb. Rosen, auf Spurensuche. Sie gehört zu den Millionen Soldatenkindern, die ihre Väter nie gesehen haben. Anhand von Tagebüchern und Briefen begleitet sie ihren Vater von seinem ostpreußischen Dorf in den Krieg. Rußland, Ostpreußen, Münster und Hamburg sind die Schauplätze dieses Romans, der einen Bogen spannt vom Zweiten Weltkrieg bis zur Gegenwart und in dem auch Napoleons Marsch nach Moskau 1812, über den ein junger Westfale in seinem Kriegstagebuch erschreckend Ähnliches zu berichten wußte, eine Rolle spielt. "Alle Kriege sind miteinander verwandt", heißt es in Arno Surminskis Roman, mit dem ihm nicht nur ein unverwechselbares Stück Literatur gelungen ist, sondern auch ein bewegender Beitrag zur aktuellen Vergangenheitsdebatte.


Hans G. Ruhe
Methoden der Biografiearbeit. Lebensspuren entdecken und verstehen

2003 (Beltz), 152 Seiten, 19,90 Euro

Anne-Ev Ustorf
Wir Kinder der Kriegskinder

Herder 2009 - 189 Seiten - 19,95 EUR
Die Generation im Schatten des Zweiten Weltkriegs.

Platen-Hallermund Alice
Die Tötung Geisteskranker m Deutschland. Reprint der Erstausgabe von 1948
(Mabuse) 17,90 Euro
1946 wurde eine Ärztekommission unter der Leitung von Alexander Mitscherlich beauftragt den Prozess gegen an Naziverbrechen beteiligte Arzte vor dem Nürnberger Militärgericht zu beobachten. Das Buch ist die erste Dokumentation dieser Prozesse

Eva Blimlinger u. a.
Lebensgeschichten. Biographiearbeit mit alten Menschen
2. Aufl. 2004 (Vincentz), 180 Seiten, 17,90 Euro

Martina Böhmer
Erfahrungen sexualisierter Gewalt in der Lebensgeschichte alter Frauen. Ansätze für eine frauenorientierte Altenarbeit
2004 (Mabuse), 134 Seiten, 15,90 Euro

Edith Bruck
Wer dich so liebt. Lebensbericht einer Jüdin
WAT 352. 112 Seiten
Aus dem Italienischen von Cajetan Freund. Der bewegende autobiographische Bericht einer jungen Ungarin über ihre Deportation nach Auschwitz, ihren Wegen durch mehrere Lager bis zur Befreiung in Bergen-Belsen wurde in viele Sprachen übersetzt. "In Italien ist das Buch Schullektüre. Das wünschte man ihm und den Schülern hier auch.", so Ulrike Gondorf im Westdeutschen Rundfunk

Jana Hensel
Zonenkinder
Reinbek 2002

B. Kerkhoff/A. Halbach
Biografisches Arbeiten. Beispiele für die praktische Umsetzung
2004 (Vincentz), 102 Seiten, 14,80 Euro

Martin/Szydlik, Marc (Hg.) Kohli
Generationen in Familie und Gesellschaft
Opladen 2000

Rosa Montero
Das unsichtbare Leben. Portraits großer Frauen
Stuttgart 1997



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Buchbestellungem per Internet:


Viele der hier aufgeführten Bücher können per E-Mail auch über die Carl-von-Ossietzky-Buchhandlung in Flensburg bestellt werden.

E-Mail-Adresse:
info@cvo-buchladen.de


Aktuelle News




Ändert sich unser Bild vom Alter?


Am 28. Mai 2011 gab es im DLF Freitagvormittags im Rahmen der Sendereihe "Lebenszeit" eine sehr interessante Sendung zum Thema: "Perspektiven- ändert sich unser Bild vom Alter?", an der u.a. auch Joachim Fuchsberger teilnahm. Anlaß für diese Sendung war der Foto- und Filmwettbewerb "Was heißt schon alt" des Bundesfamilienministeriums. Denn Bilder - so heißt es auch im sechsten Altenbericht der Bundesregierung - haben großen Einfluß auf die Verwirklichung von Entwicklungsmöglichkeiten und auch auf den Umgang mit Grenzen. Unser Bild vom Alter ist nicht festgelegt, es ist eine soziale Vereinbarung, die sich abhängig von historischen und kulturellen Rahmenbedingungen verändert.

Was sagen nun die Bilder, die wir uns heute vom Alter und vom Altern machen über uns und unsere Gesellschaft aus? Stimmen sie mit der Wirklichkeit überein? Wie hat sich das Bild vom Alter verändert? Wie sehen sich Menschen, die heute alt sind und wie werden sie im Unterschied dazu von ihrer Umgebung gesehen? Welches Bild von sich entwickeln Jüngere, wenn sie an sich selbst als alte Menschen denken und was tun sie, um dieses Bild von sich zu realisieren?

Download der Sendung: Lebenszeit: Neue Bilder vom Alter- neue Perspektiven?


Zu den Ergebnissen des Wettbewerbs: "Was heißt schon alt?"


Zum PDF-Download des 6. Altenberichts der Bundesregierung


Zum in der Sendung angesprochenen Altensportler-Dokumentarfilm: "Herbstlaub" - Wettlauf gegen das Alter


Zu Joachim Fuchsbergers Buchveröffentlichung: "Alt werden ist nichts für Feiglinge"


Zum von Joachim Fuchsberger angesprochenen Fernsehfilm: "Die Spätzünder"



Generation Grau


Viele Rentner, zu wenige Kinder, noch weniger Enkel, stagnierende Wirtschaft... Aus solcher Zwischenbilanz eine unabwendbar trostlose Zukunft in einem vergreisenden Land abzuleiten, ist falsch. Die "Neuen Alten" haben ein unschätzbares Kapital: Zeit. Und Lust, sie sinnvoll zu nutzen: Um Neues zu lernen. Um ihre Erfahrungen weiterzugeben. Um sich sozial zu engagieren - zum Wohle der Jungen. Generation Grau

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